Gesichert unbequem ... und stolz darauf!
Dienstag, April 28, 2026
Gesichert unbequem ... und stolz darauf!
StartFrankreichNeuer Trend in Frankreich: Trikolore statt EU-Fahne

Neuer Trend in Frankreich: Trikolore statt EU-Fahne

Immer mehr französische Bürgermeister setzen nach den Kommunalwahlen ein klares Zeichen für nationale Souveränität: Sie lassen die Europaflagge von den Rathäusern abhängen und hissen stattdessen ausschließlich die französische Trikolore. Diese Entwicklung, die vor allem von neu gewählten Vertretern des Rassemblement National (RN) ausgeht, wird von vielen als erfrischende Rückbesinnung auf die eigene Identität und die Prioritäten vor Ort begrüßt.

Den Anfang machte der frisch gewählte Bürgermeister von Carcassonne, Christophe Barthès. In einem kurzen Video rollte er die blaue EU-Fahne mit den Sternen ein und erklärte: „Weg mit den europäischen Flaggen am Rathaus! Platz für die französischen Flaggen.“ Ähnliche Schritte folgten in Orten wie Cagnes-sur-Mer an der Côte d’Azur, in Harnes im Norden und weiteren Gemeinden. Die Aktion findet breite Unterstützung in der RN-Parteiführung, darunter von Marine Le Pen.

Die beteiligten Bürgermeister betonen, dass keine gesetzliche Pflicht besteht, die EU-Flagge dauerhaft zu hissen – außer am Europatag. Sie verweisen auf das französische Referendum von 2005, in dem die Bevölkerung die europäische Verfassung mit Flagge und Hymne klar abgelehnt hat. Für sie symbolisiert der Schritt eine konsequente Haltung: Frankreich zuerst. Die Trikolore steht für die Republik, ihre Werte und die direkte Verantwortung gegenüber den Bürgern vor Ort.

Viele sehen darin einen positiven Ausdruck wachsenden Selbstbewusstseins. Nach Jahren, in denen europäische Symbole oft automatisch neben der Nationalflagge präsentiert wurden, setzen diese Bürgermeister nun bewusst Akzente für nationale Eigenständigkeit. Sie argumentieren, dass echte Solidarität und faire Preise für französische Produkte – etwa in der Landwirtschaft – wichtiger sind als zusätzliche Symbolik aus Brüssel. Gleichzeitig nehmen viele Kommunen weiterhin EU-Mittel in Anspruch, wo sie sinnvoll erscheinen – eine pragmatische Haltung, die nationale Interessen nicht aus den Augen verliert.

Dieser Trend spiegelt einen breiteren Wandel in Teilen der französischen Gesellschaft wider: den Wunsch nach mehr Eigenverantwortung, klarer Identität und einer Europapolitik, die den Mitgliedstaaten mehr Gestaltungsspielraum lässt. Statt einer einheitlichen Symbolik von oben setzen immer mehr gewählte Vertreter auf das, was für ihre Bürger greifbar und emotional bedeutsam ist – die eigene Flagge.

Ob dieser Schritt Schule macht, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Er bringt eine lebhafte Debatte über Souveränität und nationale Symbole in Gang und zeigt, dass demokratisch gewählte Bürgermeister bereit sind, ihre Prioritäten sichtbar zu machen.

Beitrag teilen:
ÄHNLICHE ARTIKEL

16 Kommentare

  1. Sehr rückständig? Was soll dieser Patriotismus?
    Haben die Franzosen den deutschen Trend zur Regenbogenflagge verschlafen?

  2. .
    Aus Angst vor Wiederkehr von Verschissmuss + Bepissmuss

    ändern Deutsche militär-historische Namen.

    Kaiser-Wilhelm-Kanal. Auch der Hindenburg-Damm wackelt.

    1.) Friedel
    .

  3. 1870/71, WK 1 (erst mit US + GB), Guderian sind für F nationale Traumata. Prussians.
    Gut war: Élysée-Vertrag (1963) nach WK2, Adenauer, De Gaulle.

    Friedel
    .

  4. Es scheint mir – m.?E. – ein durchaus charakteristisches Merkmal öffentlicher Diskussionen zu sein, dass symbolische Handlungen, welcher Art auch immer, von manchen Beobachtern vorschnell als tektonische Verschiebungen gedeutet werden. Ich erlaube mir hingegen die etwas altmodische Haltung, derartige Vorgänge zunächst mit einer gewissen historischen Gelassenheit zu betrachten.

    Ob sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickelt oder lediglich eine episodische Erscheinung bleibt, wird – wie so oft – erst die Zeit zeigen. Symbolik besitzt gewiss ihre Wirkung, doch ihre tatsächliche Bedeutung erschließt sich selten im Moment selbst, sondern erst in der retrospektiven Betrachtung. Insofern erscheint mir die gegenwärtige Aufregung eher als Ausdruck unseres modernen Bedürfnisses, jedem Impuls sofort eine weltbewegende Tragweite zuzuschreiben.

    Ich neige daher dazu, solche Entwicklungen nicht überzubewerten, sondern sie als Teil jener fortlaufenden Aushandlungsprozesse zu sehen, die jede lebendige Gesellschaft – m.?E. – nun einmal prägen.

  5. wo doch Macron Atommachtfuzzi und seine Brischitte mit ihrem Elite Gebaren so auf Linie fritze Merz ist und der gerade umgekehrt?! Und dann läuft ausgerechnet in Fronkreich plötzlich etwas anders? Neuestester Trend mit Trikolore statt EU Fahne. Haben die franz. Bürgermeister mehr Hirnmasse und Arsch in der Hose wie die aus Deutschland -Absurdistan? Bin gespannt bei den nächsten Wahlen oder gehen die Bürger vorher noch auf die Barrikaden? Dies würde Merz und sein Klingbeil aber gar nicht gefallen!
    Ach übrigens: Wichtig – Bürger Aufruf zur solidarischen Großdemo in Berlin gegen Merz&Konsorten !!!!
    (Aber diesmal richtig… nicht mit Bezahlung und ideologischer Hirnwäsche gegen die AfD ….sondern für die Freiheit von Deutschland !

  6. Wenn das so weitergeht, müssen unsere Linksgrünen Frankreich halt nochmal besuchen.

    Wo kommen wir denn da hin, wenn irgendwelche Rückwärtse sich der Idee eines EU-Grossstaates verweigern und zurück zur Kleinstaaterei wollen?

    Wer hat`s gesagt? Aaaaahahahaa…. :mrgreen:

    Und Zynismus beiseite: Natürlich nehmen diese Bürgermeister weiterhin Gelder aus der EU an, das ist keine Doppelmoral
    Dieses Geld wurde ja vorher schliesslich auch Franzosen weggenommen.

    Wir Deutschen sollten uns ein Beispiel nehmen.

  7. Sehr hilfreich von le maire. Kann man wenigstens noch an der Trikolore erkennen, dass man wohl in Frankreich sein dürfte….

  8. friedel_1830 6. April 2026 Beim 20:23
    .
    Aus Angst vor Wiederkehr von Verschissmuss + Bepissmuss
    ——-

    Die Hindenburg-Kaserne in Munster wurde zum 10. September 2025 offiziell in Unteroffizier-Friederike-Krüger-Kaserne umbenannt. Die Namensänderung erfolgt aufgrund einer Neubewertung der Traditionswürdigkeit Paul von Hindenburgs durch die Bundeswehr, wobei Friederike Krüger (1789–1848), eine preußische Soldatin, als neues Vorbild dient.
    Friederike Krüger war eine preußische Unteroffizierin, die sich 1813 freiwillig meldete, verkleidet kämpfte und für ihren Mut ausgezeichnet wurde. Sie gilt als Symbol für soldatische Tugenden und Emanzipation.

    Es ist zwar zwar bereits die dritte Bundeswehrkaserne, die nach einer Frau benannt ist – allerdings waren es bislang keine Frauen mit direktem Bezug zu Streitkräften.
    https://augengeradeaus.net/2025/07/vormerken-fuer-10-september-streiche-hindenburg-setze-friederike-krueger/
    Früher nannte man das

    Flin·ten·weib
    /Fli?ntenweib/
    Substantiv, Neutrum [das]salopp abwertend
    1.
    Frau, die eine Feuerwaffe trägt
    2.
    Frau, deren kompromissloses Auftreten und deren [übersteigertes] Selbstbewusstsein als unangenehm empfunden werden

  9. Macht hoffentlich auch bei uns in Deutschland bald Schule, erste kleine Anfänge sind ja schon erkennbar und bei mir stirbt die Hoffnung zuletzt.

  10. Der Unternehmer Hendrik Richard Holt gab vor, die Windkraft revolutionieren zu wollen und schuf dabei ein Imperium aus Lügen. Der Dokumentarfilm zeigt, wie ein charismatischer Hochstapler zusammen mit weiteren Familienmitgliedern Millionen durch gefälschte Windkraftprojekte ergaunerte – und dabei in den höchsten politischen und gesellschaftlichen Kreisen verkehrte. Während der Windkraftausbau aufgrund fehlender Genehmigungen stagnierte, bot er Projekte mit Chance auf Realisierung an. Doch er nutzte dabei gefälschte Dokumente und Versprechungen, um Investor:innen um Millionen zu prellen und sich ein Leben in schillerndem Luxus zu finanzieren. Mit seinem größten geplanten Coup zielte er auf eine Beute von mehr als einer Milliarde Euro ab. Lange will niemand den offensichtlichen Betrug wahrhaben, bis ein ehrgeiziger Staatsanwalt auf den Plan tritt. Es folgt ein haarsträubendes Katz-und-Maus-Spiel, das in einer Luxussuite des Hotel Adlon 2020 sein spektakuläres Ende findet.

    Der Betrug Holts zählt zu den spektakulärsten Hochstapeleien der vergangenen Jahrzehnte. Gemeinsam mit seiner Mutter, seinem Bruder, einer Schwester sowie einem Geschäftspartner fälschte Holt massenhaft Unterlagen. Mit denen wiederum täuschte die Bande internationale Investoren über die Realisierbarkeit von Windkraftprojekten in ganz Deutschland, aber besonders in Niedersachsen.
    Die Verbrechen Holts, der sich laut jüngster Presseaussendung als Teil der deutschen Eliten sieht, sind Gegenstand einer Dokumentation, die am 8. April in der ARD ausgestrahlt wird. Darin trifft Holt Aussagen wie „Gier ist gut“. Auch die Autoren dieses Textes sind in der Doku zu sehen. Sie hatten jahrelang zu den Betrügereien Holts recherchiert, damals noch für die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und auch einen Podcast zu dem Fall veröffentlicht.
    https://www.ardmediathek.de/video/holt-der-windkraft-schwindler/holt-der-windkraft-schwindler/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMDk5NjI
    Im März veröffentlichte er, der derzeit noch im offenen Vollzug in Berlin lebt, dazu eine Pressemitteilung auf Englisch. Gemeinsam mit einem Geschäftspartner habe er in ein Infrastrukturprojekt investiert. Der Deal stärke die Stellung der Holt-Gruppe an der Schnittstelle von Europas wirtschaftlicher Kraft und geopolitischer Stabilität, heißt es darin blumig…

Kommentarfunktion ist geschlossen.