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Donnerstag, April 16, 2026
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StartEnergieElon Musk setzt nicht auf Kernfusion

Elon Musk setzt nicht auf Kernfusion

Von DR. HANS HOFMANN-REINECKE | Journalistische Prognosen zur globalen Energieversorgung klingen oft etwa so: „Die gegenwärtigen Atomreaktoren sind eine Hochrisiko-Brückentechnologie, die bald durch Small Modular Reactors abgelöst wird, die keinen Atommüll erzeugen. Parallel dazu gehen kleine Reaktoren ans Netz, die Energie erzeugen, indem sie vorhandene radioaktive Abfälle verbrennen. Bald aber wird Energie durch kontrollierte Kernfusion erzeugt, deren Brennstoff im Wasser in beliebiger Menge vorhanden ist.“

An dieser Prognose ist fast alles falsch. Hier soll jedoch nur die letzte Aussage betrachtet werden. Die erste menschengemachte Kernfusion fand 1952 statt – in Form der Wasserstoffbombe. Seither wurden enorme Ressourcen in Forschung und Entwicklung investiert, um diese gewaltige Energiequelle kontrolliert nutzbar zu machen. Heute jedoch kann niemand behaupten: „Ja, jetzt haben wir ein funktionierendes Prinzip, wir müssen es nur noch kleiner, günstiger und zuverlässiger machen, dann ist es einsatzbereit.“

Warum geht es so langsam voran? Der erste Motorflug fand 1903 statt. 73 Jahre später bevölkerten Jumbos und Airbusse den Himmel. In 73 Jahren hat die Luftfahrt die Welt tiefgreifend verändert – warum hat die Kernfusion unsere Energieversorgung noch nicht revolutioniert?

Alles oder nichts

Es gibt keinerlei Grund anzunehmen, dass alle Technologien im gleichen Tempo voranschreiten. Für die Untersuchung von Auftrieb und Luftwiderstand konnten die Wright-Brüder erprobte Materialien wie Holz und Leinen verwenden und die Kräfte mit einfachen Geräten messen. So erkannten sie schnell die grundlegenden Gesetze der Aerodynamik und konnten die Form von Tragflächen berechnen und bauen. Schrittweise entwickelten sie dann Antrieb und Steuerung, und daraus entstanden schließlich richtige Flugzeuge. Anfangs mit konventionellen Bauteilen und Seilzügen von Fahrrädern, später mit leichteren Materialien, Elektromechanik und Elektronik – aus dem Flyer entstanden in kleinen, inkrementellen Schritten die modernen Airliner.

Kitty Hawk war der Keim der Luftfahrt. In der Kernfusion gibt es keinen solchen Keim, von dem aus man in kleinen Schritten zu einer industriell nutzbaren Technologie gelangt. Hier gilt: alles oder nichts. Die zentrale Reaktion – die Fusion von Deuterium und Tritium – wird heute in gigantischen Anlagen nur für wenige Sekunden erreicht. Dieser Entwicklungsstand von Fusionsreaktoren ist vergleichbar mit der ersten gelungenen Zündung eines Benzin-Luftgemisches im Reagenzglas auf dem Weg zum Benzinmotor. Und vielleicht ist selbst dieser Vergleich noch zu optimistisch.

(Anmerkung: Deuterium und Tritium, die Treibstoffe der Kernfusion, sind Isotope des Wasserstoffs. Deuterium macht 0,015 % des natürlichen Wasserstoffs aus, Tritium ist radioaktiv mit einer Halbwertszeit von 12 Jahren und muss aus Lithium in Atomreaktoren hergestellt werden. Der „natürliche“ Wasserstoff reicht also nicht als Brennstoff.)

Seit 50 Jahren noch 30 Jahre

Bedeutet das, die Forscher und Ingenieure würden nicht hart genug arbeiten? Ganz im Gegenteil. Die Berechnung der Magnetfelder in Tokamaks und Stellaratoren stellt olympische Anforderungen an die wissenschaftliche Intelligenz. Ihre Umsetzung erfordert Höchstleistungen auf technologischem Neuland. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind von großem wissenschaftlichem Wert – unabhängig davon, ob die Kernfusion jemals zur Energieversorgung beiträgt.

Elon Musk will nicht so lange warten. Sein Kommentar lautet: „30 years away for the last 50 years“ – seit fünf Jahrzehnten ist man immer noch 30 Jahre vom Erfolg entfernt. Für jemanden, der die NASA praktisch eigenhändig überholt und nebenbei ein halbes Dutzend Firmen aufgebaut hat, ist das nichts. Statt zu warten, fliegt er lieber auf den Mars.


(Der Bestseller des Autors „Grün und Dumm“, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich)

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17 Kommentare

  1. Die Mutter der US-Geschichtsklitterung um den angeblichen ersten Motorflug auf PI? Die Gebrüder Wright sind mit großer Sicherheit 1903 nicht über die selbst definierte Mindestdistanz geflogen. Erst 1907 oder 1908 wurde ein Foto veröffentlicht, welches nicht die Maschine von 1903 darstellte uund außerdem flog das Gerät nicht, was an der Position der Flügel zu erkennen war.
    Aber wichtiger ist, dass es sehr viele Belege, Zeugen und auch Reaktionen der Presse und nicht nur in den Staaten gab, darüber, dass der deutsche Einwanderer Gustav Weißkopf schon am 14. August 1901 mit einem motorisierten Fluggerät geflogen war.
    Orville Wright verbrachte sein Leben nach dem frühen Tod seines Bruders Wilbur 1912 im wesentlichen damit, die Leistungen anderer Flugpioniere herab zu würdigen und zu bestreiten. Die Legende, die Brüder wären 1903 als erste geflogen basiert wesentlich auf einer Kungelei mit dem bedeutenden Smithsonian Museum, welches sich verpflichtete für die Überlassung des „ersten Flugzeugs“ auf der Behauptung, die Wrights wären als erste geflogen zu beharren und den Mythos zu verteidigen.
    Diese Vereinbarung erweist sich allerdings als löchrig denn der Bundesstaat Connecticut führte im Juni 2013 einen Gedenktag für Weißkopf ein und schrieb ihm per Gesetz die Priorität für den ersten Motorflug zu.
    https://www.br.de/franken/inhalt/zeitgeschichte/gustav-weisskopf-100.html
    https://www.weisskopf.de/

  2. Musk ist an erster Stelle Geschäftsmann, vielleicht ein durchgeknallter doch erfolgreich.

    Wer durch rollende Schrotthäufen wie Tesla zum Milliardär wird, verkauft auch den Eskimos Gefrierschränke.

    Wie diese Tesla’s überhaupt eine technische Zulassung bekamen ist eines der grossen Rätsel der Menschheit.

    Egal, Musk merkt dass auch Seine Zeit endlich ist und wir werden deshalb noch viel interessantes von Ihm hören.

    Vielleicht teilt Er Deutschland und übernimmt zusammen mit Alice den patriotischen Südteil und wir produzieren dort schöne brabbelnde V8 !!!!

  3. Manche Länder wie China und USA sidn bei der Forschung über die Kernfusion schon weit gekommen. Hier ist es ideologisch verboten.

  4. Da kommt ein seltsamer Gedanke auf: Warum sind wir überhaupt hier? Weil die Steinzeitmenschen Holz finden konnten, und Steine. Sie konnten Stöcke anspitzen, und damit Tiere jagen. Sie fanden Material, um Bogensehnen zu flechten, und sie fanden biegsames Holz wie Haselnuß, um damit einen Bogen zu bauen, mit dem sie noch viel besser jagen konnten. Besonders bemerkenswert war, daß es Vögel gab, die gerade solche Federn hatten, daß damit die Pfeile für die Bögen stabilisiert werden konnten, so daß die Pfeile damit viel besser flogen. Mit anderen Worten: Die Menschheit konnte nur deshalb überleben, weil sie in der Natur gerade solche Sachen vorfand, die sie zum Überleben brauchte.
    Und nun haben wir also die Physik der Nuklearenergie entdeckt. Wir können Kernspaltungsreaktoren bauen. Aber wenn wir uns an der Kernfusion versuchen, finden wir auf einmal nicht das dafür nötige Material. So daß es seit Jahrzehnten damit nicht vorangeht. Da fragt man sich doch: Ist das vielleicht etwas, das wir gar nicht haben sollen?

  5. Gustav Weißkopf soll am 14. August 1901 den ersten motorisierten Flug der Welt durchgeführt haben. Der Flug fand in Bridgeport, Connecticut, statt und wurde in einer Ausgabe des Bridgeport Herald und der Bridgeport Evening Post dokumentiert.

  6. Vielleicht sollte man versuchen, in den Fusionsreaktoren muselmanische Kerne mit den Kernen von Ungläubigen kontrolliert zu verschmelzen?

    In der Natur rummst das regelmässig mächtig.

    ———————————————–

    Die gegenwärtigen Atomreaktoren sind eine Hochrisiko-Brückentechnologie….

    Ist das so oder ist das nur Propaganda von Phobikern?

    Bisher gingen zwei Reaktoren durch. Einmal in Tschernobyl, als irgendein Schreibtischtäter die Reaktormannschaft gezwungen hat, an dem wegen sozialistischer Mangelwirtschaft nachlässig gewarteten Reaktor eine Katastrophenübung durchzuführen, die dann ausser Kontrolle geriet und einmal in Fukushima, als ein Tsunami einen Reaktor beschädigte, der dummerweise zu nah am Wasser gebaut war.

    Die Technik an sich scheint demnach nicht das Problem zu sein.

  7. Auch hier würde ich Musk recht geben.

    Vielleicht wird „Energiequelle Kernfusion“ niemals erreicht werden. Oder es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Schon jetzt erscheinen die laufenden Projekte wie steuergeldfinanzierte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Wissenschaftler. Die Perspektiven sind äußerst schlecht!

    Die gewaltigen Apparaturen wären (wenn man es tatsächlich schafft) dauerhaft einer starken Strahlung ausgesetzt, welche sie atomar verändern würden.

    Jules Verne hat 150 Jahren davon geträumt, einen Mann in einer Kanonenkugel auf den Mond zu schießen. Die Anfangsbeschleunigung für einen Mondflug kann nicht erreicht werden und ein Mensch in solch einer Kugel würde nicht überleben.

  8. Kernfusion Nachbildung der Sonne wird in Deutschland übersprungen

    Man baut gleich ein Schwarzes Loch:

    Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) transferieren das Geld der Bürger in die US-Rüstungsindustrie (also nach Blackrock)

    Sie nennen das „Investitionen“
    Welcher Gewinn dann rauskommen soll, bleibt unerschlossen

  9. Die Kernfusion scheint über die Jahrzehnte genau so eine Chimäre zu werden wie die Lösung der Energieprobleme mit Wasserstoff. Eine saubere Verbrennung, die als Nebenprodukt lediglich Wasser erzeugt klang zu gut um realisierbar zu sein und das ist sie wohl auf lange Sicht auch. Die Energieausbeute ist katastrophal und der ganze Prozess über Elektrolyse, Lagerung des hochgradig flüchtigen Wasserstoffs, Transport, und nicht zuletzt die Kühlung des Gases auf über 160° minus sind zusammengenommen Faktoren, die eine wirtschaftliche Rentabilität ausschließen.
    Und bei der Fusion muss ein Plasma mit solch enormer Temperatur. dass es jeden bekannten Werkstoff in Sekundenbruchteilen verdampfen würde mittels starker Magnetfelder davon abgehalten werden, die Reaktorwände zu berühren und damit die Anlage zu zerstören und dazu muss das System noch so stabil laufen, dass er dauerhaft mehr Energie abgibt als zugeführt wird.
    Aber das wahrscheinlich größte Problem wurde ja auch schon angesprochen. Wären die technischen Probleme gelöst und es stünde praktisch unbegrenzt billige Energie zur Verfügung, wer kompensiert dem Staat die exorbitanten Steuereinnahmen, die auf Strom erhoben werden? Wer entschädigt die Energieerzeuger deren Milliardengewinne plötzlich keine Rechtfertigung mehr hätten?

    @nicht die mama 1. November 2025 08:43

    „Bisher gingen zwei Reaktoren durch. Einmal in Tschernobyl, als irgendein Schreibtischtäter die Reaktormannschaft gezwungen hat, an dem wegen sozialistischer Mangelwirtschaft nachlässig gewarteten Reaktor eine Katastrophenübung durchzuführen, die dann ausser Kontrolle geriet…“

    ++++++++++++++++++++

    Ich glaube, dass hier nicht sozialistische Mangelwirtschaft der Auslöser gewesen ist. Der damals neue und leistungsstarke sowjetische RBMK Reaktor hatte einen Konstruktionsfehler, nämlich den VOID Effekt. Der bewirkte, dass das einfahren der Graphit Steuerstäbe mit denen die Kernreaktion gedrosselt und gestoppt wird kurzfristig ein starkes Ansteigen der Nuklearreaktion bewirkt, was den Reaktor außer Kontrolle geraten ließ.

  10. Europa_Nostra 1. November 2025 Beim 09:59

    Verne hatte die Art der Ausführung einer Reise zum Mond allerdings schon recht gut durchdacht oder angenommen.
    Ein Treibsatz und ein bemanntes Projektil.

    Natürlich, die Feinheiten stimmen nicht, aber das Grundprinzip hatte der Visionär Verne ebenso gut drauf wie bei anderen Romanen, die heute Realität sind, zum Beispiel 20.000 Meilen unter dem Meer.

    Ich glaube, dass Fantasten oder Visionäre wie z.B. Jules Verne auch dann zum Fortschritt beitragen, wenn sie nicht selbst an der Umsetzung oder Realisierung ihrer „Fantastereien“ arbeiten, sondern „einfach nur“ anderen Leuten die entsprechenden Flöhe ins Ohr setzen.

  11. Eine Ursache, daß heutzutage bei realistischer Betrachtung, KEINE Zukunfts Aussicht besteht ist, daß selbst bei 4 Milliarden, d.h. Hälfte der Gesamtzahl Menschen, bei der Verdummung durch Brainwash, sowie Unwissenheit durch Interesselosigkeit, Mangel an Möglichkeiten, zusätzlichich Multikulti, d.h. Massendurchmischung die niemals funktionieren wird, keine Chance beseht, daß sich die Menschheit kurzfristig oder jemals wieder erholen wird,
    am allerwenigsten in Westeuropa, wo die li-grü Idiologie regiert, wächst kein Gras mehr, solange dies, was sich in der EU konzentriert, existiert.
    Die Bonzukratie, seit M im Regierungsbetrieb in Berlin ist, sowohl absolut ungeeignet, incompetent, unausgebildet, und unteressiert, da sie seit 20 Jahren nach rein idiologischer Eignung ausgewählt werden, nicht nach dem, worauf es ankommt, echte, abgeschlossene Ausbildung, Intellekt, Interesse und Erfahrung, sie haben ein total falsches Bild davon, worauf es ankommt, da diese Art der Arbeits und Verantwortungs Auffassung unvereinbar mit einem funktionierenden Geist in staatlichen Stellen / Schlendrian ist, wie er sich seit 20 Jahren eingeführt hat.

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