„Steal and Deal. Der große amerikanische Kunstraub 1945“ von Richard Hüttel ist ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt. Es zerreißt den dünnen Schleier der offiziellen Nachkriegserzählung und legt offen, was in den Wirren des Jahres 1945 wirklich mit einem Teil des deutschen Kunsterbes geschah.
Während die sowjetischen Trophäenkommissionen ihre Beute zumindest sporadisch dokumentierten und später in Teilen zurückgaben, blieb der amerikanische Kunstraub ein gut gehütetes Geheimnis der westdeutschen Geschichtsschreibung.
Hüttel hat sich nicht mit Andeutungen zufriedengegeben. Er präsentiert 25 konkrete Fallbeispiele – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Kunsthandwerk – deren Spur von deutschen Schlössern, Museen und Privatsammlungen direkt in amerikanische Depots, Museen und private Sammlungen führt.
Viele dieser Werke tauchen bis heute nur auf, wenn sie teuer zurückgekauft werden müssen. Der deutsche Steuerzahler zahlt doppelt: erst den Verlust, dann den Rückkauf. Das Buch ist bewußt zweisprachig (deutsch/englisch) gehalten – eine kluge Entscheidung, denn es richtet sich nicht nur an ein deutsches Publikum. Es ist ein Dokument, das die angelsächsische Welt nicht mehr ignorieren kann.
Hüttel zeigt systematisch, wie unter dem Deckmantel von „Kunstschutz“ und „Sicherstellung“ ein gezielter Transfer von Kulturgütern stattfand. Manche Offiziere der US-Armee handelten wie moderne Conquistadoren: mit LKW-Kolonnen, gefälschten Papieren und dem sicheren Wissen, daß im besiegten Deutschland niemand ernsthaft protestieren würde. Die Siegerjustiz schrieb die Regeln – und die Regeln erlaubten offenbar vieles, was man später den Deutschen als unverzeihlich vorhielt.
Besonders bedrückend sind die Schilderungen, wie deutsche Museen und Sammler nach 1945 systematisch unter Druck gesetzt wurden, Verluste als „Kriegsverluste“ abzuhaken. Die offizielle BRD-Geschichtsschreibung tat ihr Übriges: Das Thema wurde als „unwichtig“ oder gar „revanchistisch“ abgetan. Wer es dennoch ansprach, riskierte den Vorwurf, die Verbrechen der eigenen Seite relativieren zu wollen. Dabei geht es hier nicht um Relativierung, sondern um historische Wahrheit.
Der Verlust deutschen Kulturguts war massiv – und er wurde von den westlichen Alliierten nie ernsthaft aufgearbeitet. Hüttel schreibt nüchtern, faktenreich und ohne Pathos. Gerade dadurch wirkt das Buch umso stärker. Jede Fallgeschichte ist wie ein kleiner Stich ins kollektive Vergessen. Man sieht plötzlich die Lücken in den Depots der großen deutschen Museen mit anderen Augen. Man versteht, warum bestimmte Meisterwerke plötzlich in amerikanischen Auktionshäusern auftauchen und für astronomische Summen den Besitzer wechseln. Und man erkennt das Muster: Die Sieger nahmen sich, was ihnen gefiel, und die Besiegten hatten zu schweigen.
Für jeden, der sich nicht mit der üblichen Einseitigkeit der Erinnerungskultur zufriedengibt, ist „Steal and Deal“ ein unverzichtbares Buch. Es ergänzt die bekannte Literatur zu sowjetischer Beutekunst und schließt eine Lücke. Wer wissen will, warum Deutschland nicht nur Menschen, sondern auch einen Teil seiner Seele verloren hat, der findet hier harte Belege.
Fazit: Ein mutiges, notwendiges und hervorragend recherchiertes Werk. Jeder Patriot, jeder ernsthaft an deutscher Geschichte Interessierte und jeder, der die Doppelmoral der Nachkriegszeit satt hat, sollte dieses Buch lesen. Richard Hüttel hat der verdrängten deutschen Kulturnation einen großen Dienst erwiesen. Jetzt liegt es an uns, dieses Wissen zu verbreiten.
Bestellempfehlung:
» Richard Hüttel: Steal and Deal. Der große amerikanische Kunstraub 1945, Bad Schmiedeberg 2026, 120 Seiten, 29,90 € – hier bestellen



Achso? Das wußte ich garnicht dass es zweierlei Recht gibt. Ich ging immer davon aus dass nur Wir die bösen waren? ja stimmen dann womöglich ganz andere Behauptungen nicht? Fragen zum Nürnberger prozess kommen mir da auch wieder in den Sinn. Stichwort Rheinwiesen. Kriegsverbrechen allgemein . da wäre viel aufzuarbeiten. auch bei mir in der ehemals franz. besetzten Zone. Da kenn ich ganz persönlich ein paar Schicksale. aber bei Fragen besteht natürlich sofort Naziverdacht. und da wäre natürlich der Tübinger Bürgermeister ganz vorn mit dabei.
Gibt es denn im Iran für die Amis, außer Öl
u. Uran zu klauen, sonst noch was? Aber erst
müssen gegen das Mullah-Regime noch ~1000
Städte u. Dörfer mittels Flächenbombardements
plattgemacht u. Millionen Zivilisten getötet
u. verkrüppelt werden.