Das Kino stirbt – das ist kein Geheimnis. Früher war ein Film ein Ereignis: Alle haben denselben Streifen gesehen, dieselben Bilder im Kopf gehabt, dieselben Sätze zitiert.
Heute streamt jeder allein vor sich hin, in seiner kleinen Blase, gesteuert von Algorithmen. Ikonen, die ganze Jahrzehnte geprägt haben, gibt es kaum noch. Stattdessen: Sequels, Reboots, endlose Serienfluten – alles nur noch Recycling von Altbekanntem. Die Magie ist weg, das Verbindende ist weg, die Kraft, eine ganze Kultur zu definieren, ist weg.
Der österreichische Autor Martin Lichtmesz hat nun in seinem „Lichtspielführer“ genau das auf den Punkt gebracht. Er zeigt, wie das Kino seine Seele verloren hat – und warum wir die alten Meisterwerke gerade jetzt wieder brauchen. Nicht als linke Belehrung, nicht als woke Moralpredigt, sondern als Fundgrube für das, was uns ausmacht: Nation, Glaube, Ehre, Tradition, Widerstand gegen den Verfall.
Er schaut sich Klassiker an – aber mit einer Brille, die man heute fast nirgends mehr findet: „von rechts“. Kein enges ideologisches Schubladendenken, sondern offene Suche nach dem, was bleibt, wenn man die linke oder liberale Hülle wegkratzt. Und er findet viel.
Im Kapitel „Nation und Nationalismus“ stehen Filme wie Birth of a Nation, Napoléon oder Alexander Newski – Werke, die nationale Mythen mit Wucht und Schönheit erzählen. Im Kapitel „Religion und Glaube“ geht es um Dreyers Jeanne d’Arc, Bressons Landpfarrer, Pasolinis Matthäus-Evangelium und Gibsons Passion Christi – Filme, die zeigen, wie das Sakrale im Kino einst lebendig war. Unter „reaktionäre Helden“ tauchen Figuren wie Colonel Blimp, der „Leopard“ oder der sterbende Kapitän in Le Crabe-Tambour auf – Männer, die für eine untergehende Ordnung kämpfen und dabei Würde bewahren.
Lichtmesz liest nicht dogmatisch. Er tastet ab, wo ein Film – egal, ob der Regisseur links, liberal oder sonstwas war – etwas vom Geist der Tradition, vom Heroischen, vom Heiligen bewahrt hat. Er respektiert die Absicht der Macher, liest aber auch gegen den Strich. Und genau das macht das Buch so stark: Es zeigt, dass große Kunst oft über die politische Haltung ihres Schöpfers hinausreicht und uns heute noch etwas zu sagen hat – über Heimat, Glaube, Mut, den Preis der Moderne.
Ein besonders markantes Zitat aus dem Buch bringt es auf den Punkt:
„Die Filme haben ebenso wie Bücher Schicksale, deren Verlauf oft sehr anders ist, als von ihren Autoren intendiert war. Kunstwerke sind lebendige Wesen, die zu jedem Betrachter oder Leser auf eine andere Weise sprechen. Sobald sie veröffentlicht worden sind, ‚gehören‘ sie nicht mehr ihren Schöpfern, sondern dem Publikum, das alle möglichen Dinge aus ihnen heraus- und oder in sie hineinzulesen vermag.“
Genau das tut Lichtmesz: Er nimmt die Filme und liest sie so, wie sie für uns heute sprechen – und nicht, wie die linke Filmkritik es uns vorschreibt. Das Buch ist kein trockener Filmkanon und auch kein Agitationsheft. Es ist ein leidenschaftlicher, kluger Streifzug durch 100 Jahre Kino. Es weckt den Cineasten in einem – und den Kämpfer. Es erinnert daran, daß Filme einmal mehr waren als Unterhaltung: Zeitkapseln, in denen der europäische Geist noch lebendig war. Wer wissen will, warum die heutige Kultur so leer und seelenlos wirkt – und welche alten Filme uns noch helfen können, das zu ändern –, der greift zu diesem Buch. Es ist kein Zufall, daß es bei Antaios erschienen ist: Hier wird nicht rumgejammert, hier wird analysiert und aufgeweckt.
Bestellmöglichkeit:
» Martin Lichtmesz: „Lichtspielführer“, 432 Seiten, 25 Euro – hier bestellen!



deutsches kino ist mit diesen unsäglich primitiven männer verarschungsfilmen untergegangen. ganz vorne dabei die Dörries. wird natürlich von der scene bejubelt. angefangen hat der schrott in den frühen neunzigern. ab da war ich nur noch sehr selten im kino. meine letzten kinofilme waren pale rider, the day after, top gun. die farbe lila, meiner freundin zuliebe.
na gut im stuttgarter programmkino lupe1 hab ich mit Brazil und blues brother angeschaut. komisch. früher war kino gehen normal. könnte mich nicht erinnern die letzten 30jahre im kino gewesen zu sein. hat sich viel verändert. unter der woche mittagessen zu gehen. war damals vollkommen üblich. jede wirtschaft, damals hieß das nicht restaurant, bot tagesessen an. in der regel sehr gut gekocht und preisgünstig.
und jetzt nennt sich jeder fastfooder restaurant und bietet den allerletzten müll.
Der Artikel nennt:
– Birth of a Nation, Napoléon oder Alexander Newski
– Dreyers Jeanne d’Arc, Bressons Landpfarrer, Pasolinis Matthäus-Evangelium und Gibsons Passion Christi
– Colonel Blimp, der „Leopard“ oder der sterbende Kapitän in Le Crabe-Tambour
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Hä, was sind denn das für Figuren, was sind denn das für Filme? Hat er es nötig zu zeigen, daß er zur aussterbenden Gattung der intellektuellen Programmkinogänger gehört? Ich kenn‘ diese Filme gar nicht, glaube auch nicht, daß sie mich interessieren würden.
„Meine“ Kinofilme sind das nicht. „Meine“ sind „Aliens 2“, „Star Wars“, „Stirb langsam“, „Indiana Jones“, „Bullit“ und „Terminator 2“. Auch die „Harry Potter“-Reihe – die mir über Weihnachten wieder einmal viel Freude bereitet hat. Dazu steh‘ ich auch.
Ich würde damit übereinstimmen, daß es mit dem Typus des großen Leinwandstars zuende geht. Vielleicht auch mit Hollywood, Dinge ändern sich nunmal.
Aber auch bei den Streaming-Serien gibt es ganz interessante: „The Walking Dead“ z.B.. Oder „Krieg der Welten“. „Mandalorian“ war cool – Zeigt sogar einen relativ klassischen männlichen Helden. „Andor“. „Homeland“ ist speziell. „Paradise“ auch.
Also, es gibt da schon noch Filmkunst. Auch gute, auch welche von Bedeutung. Sie sucht sich heute nur andere Wege.
Alle Filme mit Cary Grant
Die o.a. Filme kenne ich nicht.
Ich bin mit Lassie kehrt heim, Winnetou, Ben Hur, Dr. Schiwago, Vom Winde verweht usw. groß geworden.
Aktueller Kinotipp:
https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/astrid-lindgren-die-menschheit-hat-den-verstand-verloren-2025
Der Filmemacher Wilfried Hauke befasst sich in seinem Werk „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ mit Texten, die Lindgren geschrieben hat, noch bevor sie zu einer gefeierten publizierten Autorin wurde: ihren Tagebucheinträgen in den Jahren von 1939 bis 1945, in denen sie ihre persönlichen Eindrücke vom Zweiten Weltkrieg zu verarbeiten versuchte.
„Lichtmesz liest nicht dogmatisch…egal, ob der Regisseur links,liberal oder sonstwas war..:“
Ganz klar Aspirant auf eine Buchbesprechung in „Andruck – Magazin für Politische Literatur“,
der täglichen Denkbegleitung des umstritten finanzierten Reichslehrsender Täuschlandfunk –
wie deren „Bericht“ über unliebsame Veranstalter einer erfolgreichen Alternativen Buchmesse.
„Seitenwechsel: Neurechte Buchmesse in Halle“, 05:50 Minuten“
+https://www.deutschlandfunk.de/seitenwechsel-neurechte-buchmesse-in-halle-100.html
Die Werke dieses zwangsfinanzierten Sprachrohres der BRD-Administration („noch 70 Tage !“)
werden nach ausgesprochenem Ziel und Interviewgästen immer plumper und peinlicher,
selbst der abgebrochene Buchandelslehrling Martini Hicks-Chulpf (Kleinpartei SonderSozen)
der nach einer Entgiftung und kurzen ABM in der EUSSR nun von der steuerfinanzierten
Ebert Stiftung betreut wird, wird nochmal aus dem Weinkeller hervorgekramt.
Mit einem sträflich dämlichen Kommentar, der nur durch Meinungsfreiheit gedeckt ist.
Falsch.
Ich streame nicht, ich schaue an.
@ Der Harzog 25. Januar 2026 Beim 07:59
„Falsch. Ich streame nicht, ich schaue an.“
*Anschauen* statt striemen in der täglichen, eigenen Sprache zu verwenden
ist ein guter Ansatz, die eigene kulturelle Position jedermann verstaendlich aufzuzeigen.
Über die Leistung/Leistungfähigkeit der deutschen Sprache zu diskutieren ist überfluessig.
Entscheidend für die Stärke aber ist die bewusste Verwendung und dadurch Verbreitung
und Akzeptanz der Sprache und damit Kulturgrundlage im deutschen Sprachraum.
Wer beim Fussball vom Refferieh oder Penallti-Schiessen redet, vom Jockink oder Wörkout,
oder eben vom Striemen, hat die Kontrolle über sich und seine Kultur bereits aufgegeben.
Einfach mal bewusst ein deutsches Wort verwenden, wenns mööchlich ist.