Von CHRISTIAN HAMANN | Mainstream-Medien melden verstärkte Cyberattacken, die auch zunehmend die zivile Luftfahrt beeinträchtigen. Wie schon fälschlich bei den Anschlägen auf die Nordstream-Pipelines und bei jeder anderen Gelegenheit wird die Schuld bei Russland verortet.
Nur innerhalb der Geheimdienste existieren gesicherte Befunde darüber, was es mit den Cyberattacken auf sich hat. Doch spricht immer mehr dafür, dass auf deren Loaylität und auf eine, unverfälschte Weitergabe ihrer Erkenntnisse kein Verlass ist.
Während des gesamten 20. Jahrhunderts hat sich der westliche und speziell der amerikanische Sicherheitsapparat zu einem immer mächtigeren und zugleich kontraproduktiven Staat im Staate entwickelt – weil er bis heute keiner hinreichenden demokratische Kontrolle unterworfen wurde.
Spätestens die Beweise für die Lügen der CIA im Vorfeld des Irakkriegs (2003 bis 2011) sowie die Enthüllungen Julian Assanges und Edward Snowdens hätten ein Großreinemachen in den allmächtigen westlichen „Sicherheits“apparaten auslösen müssen. Erst Trumps überfällige Öffnung von Geheimdienstarchiven und einige Personalwechsel waren Schritte in die richtige Richtung, können aber noch nicht den Einfluss von Kräften des großen Geldes auf den Sicherheitsapparat abstellen. Denn nicht anders lassen sich die von Edward Snowden genannten schwarzen Kassen der NSA erklären.
Ebenfalls seit Snowdens Enthüllungen in 2013 und noch genauer seit den Vault 7-Veröffentlichungen durch WikiLeaks in 2016 ist bekannt, dass niemand besser für das Management von Cyberattacken vorbereitet ist als NSA, CIA und andere westliche Geheimdienste:
„Die 2017 von WikiLeaks veröffentlichten Vault-7-Enthüllungen brachten […] die umfangreichen Fähigkeiten der CIA zur Cyberkriegsführung ans Licht. Die geleakten Dokumente beschrieben detaillierte, hochentwickelte Hacker-Tools, die darauf ausgelegt waren, Smartphones, Computer, Smart-TVs, Router und sogar Fahrzeuge zu infiltrieren. […] Zu den alarmierendsten Enthüllungen gehörte das Marble Framework, das es der CIA ermöglichte, Cyberangriffe so zu tarnen, als stammten sie von ausländischen Gegnern, was die Zuordnung von Cyberangriffen und die globalen Geheimdienstbemühungen erschwerte.“
Es ist höchste Zeit, sich an die unter großen persönlichen Opfern gewonnenen Erkenntnisse von Edward Snowden und Julian Assange zu erinnern, um sich nicht von einem unzuverlässigen Sicherheitsapparat in den großen Krieg gegen Russland führen zu lassen. Von den rund 60 Millionen Todesopfern des zweiten Weltkrieges sind nur 0,3 Prozent durch die beiden Atombomben auf Japan umgekommen. Gegen Russland, die stärkste Atommacht der Erde, sähen die Zahlen dementsprechend entsetzlich aus.
Doch die von den Mainstream-Medien „informierten“ Bürger haben noch nicht einmal eine Vorstellung von den ganz ähnlichen Konsequenzen eines Cyberkrieges mit allen Mitteln. Von John McAffee, einem der bedeutendsten Experten für Cybersicherheit stammt die Einschätzung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mehr als ein Prozent von uns einen Cyberkrieg überleben könnten.“

PI-NEWS-Autor Christian Hamann wurde 1949 in Berlin geboren und lebt seit einigen Jahren abwechselnd in Deutschland und Südamerika (Uruguay, Paraguay). In den Jahren 1968 bis 1973 hat er Geographie und Biologie in Hannover und Mainz studiert und danach bis zu seiner Pensionierung als Gymnasiallehrer gearbeitet. Er hat sich zeitlebens selbständig weitergebildet, insbesondere auf den Gebieten Geschichte, Politik einschließlich Soziologie, Wirtschaft und Psychologie. Hamann betreibt den Blog frieden-freiheit-fairness.com.



Tja, wäre es in der jüngeren Vergangenheit nicht öfter zur Verbreitung von Falschinformationen zur Stimmungsmache gekommen, könnte man den Berichten über Cyberattacken Glauben schenken.
So allerdings muss man als Bürger fast davon ausgehen, dass der tik-tok- und tagesschauverblödete Fachkräftemangel für Probleme mit Computern sorgt, weil das Problem sechzig Zentimeter vor dem Bildschirm sitzt statt in Moskau, Peking oder in Pjöngjang und dieser Umstand erneut für Propaganda genutzt wird.
Aber Zynismus beiseite, selbstverständlich versucht der Russe, westliche Rechner zu stören, nachdem sich „unsere“ Politiker um jeden Preis in der Ukraine einmischen mussten, Putsche organisierten, paramilitärische Gruppen unterstützten, Waffen liefern und mit Krieg drohen.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, daß die Russen ebenfalls – von westlicher Seite ausgehend – Cyberattacken ausgesetzt sind.
Cyberattacken haben kein nur auf eine Region/Land bezogenes Alleinstellungsmerkmal…