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Fracking-Gas: Statt Umweltschutz Verarmung der deutschen Volkswirtschaft

Von MANFRED SCHILLER | Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat am 6. August mit dem Kabinett eine Gesetzesvorlage beschlossen, mit der CO2-Abscheidung, Transport und Lagerung genehmigt und gefördert werden sollen: „Gesetz zur dauerhaften Speicherung und zum Transport von Kohlendioxid“ (KSpTG). Es handelt sich um eine Erweiterung des bestehenden Kohlendioxid-Speichergesetzes. Die Fachbegriffe sind CCS (storage) und CCU (utilisation).

Allein diese Verfahren gelten sowohl als extrem energieintensiv als auch die Heinrich-Böll-Stiftung bestätigt in einer Kurzstudie auf ihrer Webseite, was wir alle ahnen: das Potenzial von CO2 als Rohstoff für industrielle Prozesse ist im Verhältnis zu den globalen CO2-Emissionen verschwindend gering. Dafür liegen die Kosten pro Tonne CO2 für Abscheidung, Transport und Speicherung bei bis zu 250 Euro. Was für ein Irrsinn!

Der Umweltschutzgedanke ist für diese Regierung und auch schon die vorangegangenen allenfalls ein Feigenblatt als Vorwand für enorme ökonomische Anstrengungen, die dieses Land, die Unternehmen und die Bürger auf dem Weg hin zur Deindustralisierung leisten sollen.

Schauen wir auf den Energieträger Erdgas: Reiche hat erkannt, dass es ohne den Grundlastträger Gas nicht funktioniert und ist deshalb auch in Planung von 20 Gigawatt (GW) neuen Gaskraftwerken – wasserstoff-ready, versteht sich. Die Elektrolyse (Herstellung) von „grünem“ Wasserstoff wäre ein separates Thema. Hier lautet das Motto: je aufwendiger und kostenintensiver, desto besser. Dabei wäre der Wiedereinstieg in und die Nutzung von Kernkraft komplett CO2-neutral. Und beim Gasbezug gilt: je dreckiger der ganze Prozess und je teurer, desto besser, so scheint es.

Die EU hat ein Importverbot für günstiges, umweltfreundliches russisches Erdgas, das wir aus Pipelines erhalten könnten, spätestens mit Ende des Jahre 2027 beschlossen.

Am 27. Juli berichtete die Tagesschau, dass Ursula von der Leyen bei ihrem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Turnberry, Schottland, eine Steigerung der Abnahme fossiler Energien aus den USA zusagte. Ein Gesamtbetrag von 750 Mrd. USD über drei Jahre steht zur Debatte. Woher kommt das ganze Geld? Die Energielieferungen aus den USA müssten sich rechnerisch demnach verdreifachen. In Konsequenz würde eine Verdreifachung des US-LNG-Imports den kompletten Ersatz russischen Pipeline-Gases bedeuten.

Die Förderung von Fracking-Gas, als das wir US-Gas erhalten, ist extrem umweltschädlich. Gemäß Dokumentation der ARD auf alpha-doku vom 23.10.23 berichteten US-Umweltschützer zusammengefasst von „Verklappung“ des bei der Förderung anfallenden Methangases direkt in die Luft. Die in Gesteinsmassen eingepumpte Chemiebrühe verunreinigt das Grundwasser, seismische Ereignisse werden regisistriert, die Schiefergasförderung sei der größte Treiber der Klimaerwärmung, so die Forscher.

Das deutsche Umweltbundesamt bestätigt den vom 4. Sachstandsbericht des IPCC angegebenen `GWP100` für Methangas (CH4) mit „28“. Der Index GWP bedeutet ausgeschrieben: `Global Warming Potential`, somit ist Methangas auf 100 Jahre gerechnet 28 mal klimaschädlicher als CO2.

Durch den Bezug von LNG aus Übersee im Vergleich zu russischem Pipeline-Gas bis Anfang 2022 kommen zusätzliche Umweltbelastungen durch Regasifikation und sog. Floating Storage in schwimmenden LNG-Terminals (bswp. in Wilhelmshaven) hinzu. Beim Vorgang der Reinigung und Desinfektion der Seewasseranlagen der schwimmenden „Löschschiffe“ werden chlorbasierte Biozide eingesetzt, die ins Meerwasser gespült werden. Die FRSU (floating storageand regasification unit) „Höegh Esperanza“ vor Wilhelmshaven leitet bis zu 178 Milliarden Liter pro Jahr in die Nordsee. DUH, NABU und BUND warnen, dass die Ökosysteme von Jadebusen und Wattenmeer unwiderruflich geschädigt werden. Es wurde bereits geklagt, jedoch ohne Erfolg. Auf eine Prüfung auf Umweltverträglichkeit des schwimmenden LNG-Terminals verzichteten die Behörden. Begründung: Dringlichkeit der Energiekrise in 2022. Kosten? Spielen keine Rolle, der Steuerzahler kommt für alles auf.

Genauso oder ähnlich wird nun auch verfahren in und nahe von Naturschutzgebieten, wo Windparks entstehen sollen. Vor der Sommerpause wurden Änderungen am Immissionsschutzgesetz und am Wasserhaushaltsgesetz beschlossen zur Umsetzung von EU-Vorgaben. Entsprechend sollen Genehmigungsverfahren zum Bau der Windkrafttürme beschleunigt werden – und zwar außerhalb von bereits existierenden „Beschleunigungsgebieten“. Die AfD hatte nach der 3. Lesung als einzige Fraktion dagegen gestimmt.

Insgesamt lässt sich feststellen: die Zerstörung der Umwelt geht dieser und den Vorgängerregierungen nicht schnell genug, und es regt sich weit und breit kein Widerstand. Ob links oder grün, sie alle sind beim Umweltschutz verstummt. Es geht nicht um Umweltschutz. Ziel ist die maximale Steuerausbeute durch milliardenschwere sinnlose und deshalb gelenkte Investitionen und Abfluss der Gelder aus dem Eigentum der Gesellschaft zwecks Verarmung dieser Volkswirtschaft.


Manfred Schiller, geboren am 23. September 1961 in Schirmitz, Römisch-katholisch, verheiratet, vier Kinder, leidenschaftlicher Motorradfahrer. Seit Juli 2024 als Nachrücker von Petr Bystron Bundestagsabgeordneter der AfD aus Weiden in der Oberpfalz, im Februar 2025 über die Liste Bayern erneut in den Bundestag eingezogen. Leiter des AfD-Arbeitskreises Petitionen, rechtmäßiger Vorsitzender des Petitionsausschusses und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss „Wirtschaft und Energie“.

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8 Kommentare

  1. Ich lese gerade unter meiner google Suche über das beim Fracking freigesetzte Methan:

    „Methan verbrennt mit bläulich-heller Flamme in Gegenwart von ausreichend Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Es ist in Wasser unlöslich und bildet mit Luft explosive Gemische. Da es in großen Mengen in Lagerstätten vorkommt, ist es eine attraktive Energiequelle.“

    Eine „attraktive Energiequelle“! Wo also ist das Problem?

  2. Wenn die Kreuzfahrtschiffe durch Millionen Tonnen frisch gekochter Fische fahren und in den Kabinen 90° herrscht, dann ist es zu spät.

    Wir müssen unsere Volkswirtschaft auf Null zurückfahren, damit die Welt gerettet wird. Und natürlich muss die politische Elite überleben, denn sie muss ja den ganzen Prozess organisieren. Der Rest der Bevölkerung kann weg.

  3. „somit ist Methangas auf 100 Jahre gerechnet 28 mal klimaschädlicher als CO2.“
    ***************
    Mit Zahlen kann man trefflich streiten, mit Zahlen ein System bereiten… hätte Goethe vermutlich im 21. Jhd gedichtet. Abermals bei meiner google Suche finde ich Werte für die Schädlichkeit von Methan zwischen 21 und 25mal gegenüber CO2. Oder darf´s noch ein bißl mehr sein?

  4. Gestern u. heute angekündigte
    Höchsttemperaturen in OWL nicht
    erreicht. Wir haben aktuell immerwieder
    bedeckt, um 20°C, kalter Wind, böig.
    Wir verbrennen gerade! 😛

  5. Jetzt hat man einen Ukrainer in Italien festgenommen, der angeblich zur ukrainischen (und meiner Meinung nach wohl auch us-amerikanischen) Terrorbande gehört haben soll, die unsere NordStream-Infrastruktur in die Luft jagte. Bin ich mal gespannt wie es da weitergeht und ob es zum Prozeß kommt.

    Es ist jedenfalls irre, daß wir das hochkorrupte Land Ukraine mit Mrd füttern und ihnen irgendwelche „Sicherheitsgarantien“ bieten sollen, wenn dieses Shithole Deutschland durch Sprengung von kritischer Infrastruktur eigentlich den Krieg erklärt hat. Dieses Shithole Ukraine darf keinen einzigen Cent deutsches Steuergeld mehr erhalten.

  6. Das Thema der Gasversorgung ist in Deutschland mit einem Tabu belegt: die ideologisch bedingte Behinderung der Eigenförderung durch Fracking. Deutschland verfügt über eigene Vorkommen, die über Jahrzehnte eine sichere Versorgung sichern würden. Das wäre die perfekte Brückenlösung für die Phase bis zur Nutzung neuer Technologin (Fusion). Vorteil von Fracking in Deutschland: Es ist sauber. Geologisch bedingt benötigt Fracking in Deutschland keine Chemikalien. Naturverschmutzung findet nicht statt. Sand und Wasser als Fracking-Fluid sind die einzig benötigten Mittel.

    Fazit: Da die genannte Energieversorgung Deutschland zugutekäme, wird sie von der Phalanx der Selbstzerstörer unterbunden.

  7. Umweltschutz? Verarmung der deutschen Volkswirtschaft? Beides kulminiert nicht beim Thema Erdgas, sondern im Bereich des Irrsinns der Windenergie.

    Windräder beeinflussen signifikant das Klima und den lokalen Wasserkreislauf der Natur durch forciertes Abregnen (Lee-Effekt). Außerhalb dieser Lee-Zonen entstehen Trockengebiete und Störungen des Kreislaufes der Grundwassersysteme. Im erheblichen Maße werden natürliche, dynamische Prozesse in der Atmosphäre durch den aerodynamischen Effekt riesiger Wirbelschleppen (Nachläufe oder Turbulenzschleppen) und Abbremsungen natürlicher Luftströmungen massiv gestört.

    https://tinyurl.com/yr2xbhar

    https://tinyurl.com/4akvhwe6

    *https://www.eskp.de/fileadmin/user_upload/wirbelschleppen_satellit_kerstin_heymann_esa_hzg.jpg

    Windräder versiegeln Böden, führen zu Waldrodungen und töten in unfassbarer Menge Insekten, Fledermäuse und Vögel. Mikrobiologische Systeme im Boden werden vernichtet. Die aus Mehrkomponentenkunststoff (Epoxid) und lungengängigen Filamenten hergestellten Rotorblätter emittieren durch Luftabrieb riesige Mengen krebserzeugender Fasern. Der durch die Windmühlen erzeugte Infraschall ist für das Herz-Kreislauf-System extrem schädlich. Großanlagen von Windrädern verstärken durch Resonanzeffekte diese schädliche Wirkung um ein Vielfaches. Windräder gefährden die Gesundheit und sind katastrophale Umweltzerstörer.

    Die angerichteten Schäden sind dystopisch und irreversibel. Was die Ideologen der Windradlobby nicht wahrhaben wollen, das gibt es in deren Köpfen auch nicht. Mit den Windrädern gehen Zerstörungen von Gesundheit, Natur- und Kulturlandschaften einher, die es in diesem Ausmaß noch nie zuvor gab. Das ist ein Verbrechen ohne Vergleich.

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