Von DR. FELIX WACHTER | Mit Blick auf die Migrationsfrage betonte Papst Leo XIV. vor einiger Zeit: Jeder Staat hat das Recht, seine Grenzen souverän zu schützen. Jeder Staat hat das Recht, zu bestimmen, wer ins Land kommen darf und für welche Zeit. Unwillkürlich fühlt man sich hier an einen Ausspruch Chestertons erinnert: „Es gibt nur eine einzige Sache, die zu sagen wirklich Mut erfordert, und das ist eine Binsenweisheit.“ Es ist völlig klar, dass eine Regierung das Recht und die Pflicht hat, für Wohlergehen und Sicherheit ihres Volkes zu sorgen und äußere Gefahren bestmöglich abzuwehren.
In der Migrationsfrage haben sich die Selbstverständlichkeiten jedoch in ihr Gegenteil verkehrt: Heute scheint es selbstverständlich, dass der Westen offene Grenzen haben muss. Es scheint selbstverständlich, dass das eigene Volk, die eigene Kultur nicht schützenswert sind, die europäischen Nationen Platz machen sollen für Migration, um sich von der eigenen Minderwertigkeit zu befreien. Diese Einstellung gipfelt in einem relativ neuen Phänomen, der gezielten Diskriminierung von Menschen mit weißer Hautfarbe.
Weiße Menschen sind historisch der Träger der christlich-abendländischen Kultur, deshalb richtet sich der Hass gegen sie. Wer eine Kultur abschaffen will, muss letzten Endes auch die Träger derselben abschaffen. Maßgeblich angefacht wird diese Entwicklung von Neo-Marxisten, die selbst meistens weißhäutig sind. Es ist ein Rassismus von Weißen gegenüber Weißen, das ist das eigentlich historisch Neuartige des Phänomens.
Die Migranten spielen in dieser Auseinandersetzung nur eine sekundäre Rolle: Sie fungieren als eine Art Rammbock für die Durchsetzung der Ziele der Marxisten. Unausgesprochen scheint hier folgende Vision zugrunde zu liegen: Es soll eine multikulturelle Massengesellschaft geschaffen werden, in der die Weißen die Unterdrückten sind. Diese Massengesellschaft soll wiederum angeführt werden von einer ethnisch weißen, links-globalistischen Elite.
Die Festnahme Henry Nowaks und ihre Symbolik
Wie in einem Brennglas wurden all diese Tendenzen deutlich im Fall um den 18-jährigen Briten Henry Nowak (PI-NEWS berichtete). Der von einem Sikh niedergestochene Nowak liegt am Boden, als die Polizei eintrifft. Die Polizisten drücken den verblutenden Nowak in den Schmutz und legen ihm die Handschellen an. Dabei wird er von einem Polizisten mit „Mate“ angesprochen, was man im vorliegenden Kontext wohl am ehesten mit „Bürschchen“ übersetzen könnte. Man kann nicht umhin anzunehmen, dass diese Festnahme von Rassenhass motiviert war.
Jedenfalls stand die Behandlung des Sikhs dazu in grellem Kontrast. Er wurde mit höchstem Respekt behandelt. Zu keinem Zeitpunkt wurden ihm die Handschellen angelegt. Auf der Polizeistation bat man ihn freundlicherweise, sich ein Essen auszusuchen. Die Vorgänge rund um die Festnahme wirkten wie eine horrorartige Karikatur heutiger Zustände: Weiße Menschen als rechtloses Ungeziefer, Migranten als Lichtgestalten.
Der weiße Mann revoltiert
In den darauffolgenden Tagen kam es zu eigenartigen Szenen. „The white man finally gets angry“, schrieb ein Kommentator auf X. Menschen versammelten sich vor der Poliziestation in Southampton und skandierten Parolen wie „Racist police, off the streets!“. Polizisten wurden beschimpft, mit Mülltonnen und anderen Gegenständen beworfen. Überspitzt ausgedrückt: Polizisten wurden hier von weißen Menschen so behandelt, wie sie normalerweise nur von bestimmten Migranten behandelt werden. Allerdings zeigte die Polizei hier weniger Verständnis. Statt wie bei „Black lives matter“-Demos um Vergebung für Polizeigewalt zu knien, reagierte man zum Teil äußerst gereizt und aggressiv.
Lang Verdrängtes und Geleugnetes ist durch diese Ereignisse an die Oberfläche geschwappt. Nicht zuletzt hat der Fall Henry Nowak offengelegt, was in der Migrationsfrage tatsächlich verhandelt wird. Es geht nicht in erster Linie um wirtschaftliche Fragen. Auch nicht um eine vernünftige Abwägung zwischen einem mehr oder weniger an Migration. Auch nicht um die Frage, ob man Schutzbedürftigen Menschen helfen soll. Nein, was verhandelt wird, ist das Existenzrecht und die Zukunft der europäischen Völker. Das ist es, was auf dem Spiel steht.
Remigration ist deshalb für Europa eine Frage von Sein- oder Nichtsein. Werden Europas Nationen auch weiterhin Räume einer jahrhundertealten Kultur sein oder nur noch juristische Konstrukte für soziale Experimente? Wer begriffen hat, worum es bei der Remigrationsfrage wirklich geht, wird sie auch unter ihrem ethischen Aspekt völlig anders beurteilen. Schon Immanuel Kant sagte einmal: Wenn es keine moralische Verpflichtung zur Selbsterhaltung mehr geben soll, dann bricht jede weitere Ethik in sich zusammen.


