Von RAINER K. KÄMPF | Friedrich Merz war in Bad Saarow. Die idyllische und landschaftlich reizvolle Lage am Scharmützelsee diente wahrscheinlich nicht der Erbauung unseres so arg malträtierten Regierungschefs, sondern wohl eher als Plattform für eine stark akzentuierte Kampfansage.
Wer jedoch Mut, Enthusiasmus und politischen Weitblick erwartete, wurde schwer enttäuscht. Ausgerechnet im Osten, auf dem 11. Ostdeutschen Wirtschaftsforum, postulierte der Kanzler die Hauptstoßrichtung seiner, gelinde gesagt, arg umstrittenen Politik.
Ihm geht es in erster Linie nicht darum, den durch ihn geführten Staat so auszurichten, daß seine Wirtschaft wieder zu blühen vermag. Ganz und gar nicht. Für Merz ist das kein Maßstab. Seine Priorität, so kundgetan, ist und bleibt der Kampf gegen die einzige Oppositionspartei im Land. Es erweckt den Eindruck, er würde sich für diesen Kampf mit dem Teufel verbinden. Was heißt eigentlich würde? Sprichwörtlich heißt es doch: Wo der Teufel nicht hingeht, schickt er ein Weib. Und das ist ja schon da. Und Duz-Freundin vom Fritz zudem auch noch.
Aber lassen wir das. Es ist die alte Geschichte von Gleich und Gleich.
Nein, Friedrich Merz stellt die zweifelhafte These in den Raum, die AfD wolle in die Zeit vor Adenauer zurück. Also in die Zeit, in der schon mal, ähnlich wie heute, Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Denunziation zum täglichen Handwerk der Herrschenden gehörten.
Die Tatsache, daß in diesem Zusammenhang dem Kanzler frenetischer Beifall gespendet wurde, läßt allenfalls darauf schließen, daß die benachbarte Neurologie nicht in vollem Umfang aufnahmefähig war. Wie dem auch sei.
Natürlich will die AfD zurück, hofft zumindest der Autor. Zu Zuständen und Lebensumständen, die dem Souverän Sicherheit, Ordnung und Rechtstaatlichkeit garantierten. Eine Zeit, in der Leistung belohnt, Fleiß respektiert und Rechtsbruch angemessen sanktioniert wurde.
Die Alten einen ruhigen Feierabend genießen durften, weil sie sich um die Zukunft der Enkel nicht sorgen mußten.
Ob denn „unser“ Staat noch handlungsfähig ist, sinniert Merz vor dem Publikum. Nein, natürlich nicht. Hochgradig dysfunktional, gerade das müßten doch Unternehmer spüren, könnte man meinen, und vor der importierten alltäglichen Rechtlosigkeit kapituliert.
Warum das Publikum Merz‘ Strategie nun abfeiert, obwohl die Anwesenden selbst feststellen, daß die eigene Belegschaft und die Kunden mehr und mehr AfD-orientiert sind, ist sicher eines der Mysterien der bundesdeutschen Blase.
Damals war es in Berlin-Schöneberg, als eine Kampfansage zum Menetekel für das dem Untergang geweihte Regime wurde. Unter diesem Gesichtspunkt stellt sich die Frage, wer hier auf dem Weg zurück ist.
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.



Das größte Problem in vielen sogenannten demokratischen Ländern ist : die da oben haben sich das Land zur Beute gemacht und haben absolut keinen Respekt und keine Angst vor dem Souverän, dem Volk !!!
Und das fängt schon bei diesen grossmäuligen Tussis auf dem Rathaus an !