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Sonntag, Mai 31, 2026
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Morituri te salutant!

Von RAINER K. KÄMPF | Falls jemand der Vermutung nachgehen sollte, Deutschland verharre im Stillstand, irrt sich der. Klar, die Unionsparteien üben sich in der Karnickelpose und sind paralysiert, während ihr Kanzlerdarsteller sich mit Vehemenz ins krasse Abseits katapultiert. Die Mitglieder schauen gespannt zu, und man könnte glauben, sie fänden Gefallen daran. Warum sonst greift niemand ein und erlöst ihn aus diesem peinlichen Schauspiel? Tun durch Unterlassen erfährt dabei eine ganz neue Ausprägung.

Vollkommen konträr dagegen die Freien Demokraten. Die rocken jetzt die Parteienlandschaft. Nachdem sie sich erfolgreich, schneller noch als die SPD, marginalisiert hatten, und einen verzweifelten Kampf am Rande der politischen Sterbephase ausfochten, kommt jetzt das letzte Aufbäumen. Morituri te salutant!

Die machen Nägel mit Köpfen. Nachdem Wolfgang Kubicki sich gegenüber Marie-Agnes Strack-Zimmermann als neuer (sic) Parteichef durchgesetzt hat, sind wir gespannt darauf, wie das freidemokratische Urgestein dem Parteienkadaver FDP frisches Leben einhauchen will.

Im Grunde ist es die permanente Fortsetzung des deutschen Trauerspiels. Egal, wohin man schaut: Der wirkliche Mut für einen Neuanfang, für eine Neuausrichtung fehlt.

Stattdessen wird im Wald gepfiffen. Immerhin, ein anspruchsvolles Ziel gibt er vor: das Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde im Verlauf eines Jahres. Das klingt doch ambitioniert, oder? Wird es gelingen, wider objektiven Erwartens, stellt sich die Frage, wer wohl was mit der reanimierten altersschwachen Parteileiche anfangen sollte.

Jegliche der verbrannten Systemparteien hat Glaubwürdigkeit und somit Anspruch auf Vertrauen verwirkt. Eine Reanimation durch diejenigen Verantwortlichen, die jahrzehntelang die Schuld auf sich luden, das einstige Parteiengefüge der Bundesrepublik zu pervertieren, dürfte per se zum Scheitern verurteilt sein.

Es ist verwirrend: Nicht ein seriöses Unternehmen würde jemanden einstellen, dessen Führungszeugnis vor Einträgen überquillt. Die Deutschen dagegen scheinen davon beseelt zu sein, die wichtigsten CEO-Posten durch diejenigen zu besetzen, die mit den meisten Anlagen zum Dokument daherkommen.


PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.

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1 Kommentar

  1. 60% Stimmen für den zugegeben unterhaltsamen Haudrauf Kubicki und einer zumindest theoretisch möglichen Zusammenarbeit in einzelnen Sachfragen mit der AfD. 40% für die Russland-, AfD-Hasserin und „Europäerin“ Zack-Zimmerflak, die in letzter Minute ihren Hut in den Ring geworfen hatte.
    Gab es keine feste Tagesordnung? Jeder Taubenzüchterverein ist besser organisiert.

    Das zeigt wie gespalten diese Kleinstpartei ist. Auch wenn sich die FDP damit endgültig von der politischen Bühne verabschiedet hat aber ohne sie ist nichts besser geworden. Lindner hatte die Koalition platzen lassen wegen ein paar lumpigen, fehlenden Milliarden im Haushalt. Er wollte die Verschuldungsorgie nicht mitmachen. Heute reden wir über ganz andere unvorstellbare Dimensionen.

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