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Dienstag, April 28, 2026
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Warum „Foreign Affairs“ Deutschland erklärt, ohne es beim Namen zu nennen

Von ELENA FRITZ | Ein vielzitierter Beitrag im US-Journal „Foreign Affairs“ von Mittwoch, der behauptet, nur die USA verfügten über eine „echte“ Einflusssphäre, wirkt auf den ersten Blick wie eine nüchterne geopolitische Analyse. Tatsächlich handelt es sich um etwas anderes: um eine begriffliche Vorentscheidung, aus der anschließend politische Folgerungen gezogen werden, die dann als „alternativlos“ erscheinen.

Der Autor Michael Beckley beginnt nicht mit der Frage, wer faktisch Einfluss ausübt, sondern mit einer Neudefinition des Begriffs „Einflusssphäre“. Diese gilt nur dann als real, wenn drei Maximalbedingungen erfüllt sind: militärische Überordnung der Nachbarn, Ausschluss externer Großmächte und Kontrolle ohne dauerhaften Gewalteinsatz. Das ist kein realistischer Maßstab, sondern ein Idealzustand – eine Art konfliktfreier Imperiumstraum. Alles, was umkämpft, instabil oder multipolar ist, fällt damit automatisch aus dem Begriff heraus.

„Verbündete“ als funktionale Bestandteile eines US-Ordnungsmodells

Das Ergebnis ist vorhersehbar. Überall dort, wo Russland oder China Einfluss ausüben, mischen die USA mit – also gelten diese Räume per Definition nicht als Einflusssphären. Der westliche Hemisphärenraum hingegen zählt, weil dort keine gleichrangige Gegenmacht militärisch präsent ist. Widerstand einzelner Staaten spielt keine Rolle. Entscheidend ist allein, dass niemand auf Augenhöhe konkurriert. So bleibt am Ende genau eine „echte“ Einflusssphäre übrig: die amerikanische. Nicht, weil die Realität sie hergibt, sondern weil der Begriff entsprechend zugeschnitten wurde.

Interessant wird es bei den politischen Konsequenzen dieser Denkfigur. „Verbündete“ erscheinen hier nicht als souveräne Partner, sondern als funktionale Bestandteile eines amerikanischen Ordnungsmodells. Dominanz soll in Koalitionen überführt werden – nicht aus Rücksicht, sondern aus Kostengründen. Marktzugang, Technologie und Sicherheit werden an Loyalität gekoppelt. Abweichung gilt nicht als legitimer Dissens, sondern als Störfaktor.

Deutsche Interessen werden hintangestellt

Für Deutschland ist das aufschlussreich. Es erklärt, warum deutsche Interessen – bei Energie, Industrie, Handel oder Sanktionen – regelmäßig hintangestellt werden. Nicht aus Unachtsamkeit, sondern aus Logik: Wer Teil einer Einflusssphäre ist, optimiert nicht für sich selbst, sondern für das Zentrum. Auch die sogenannte „Zeitenwende“ erscheint in diesem Licht weniger als Ausdruck europäischer Selbstbehauptung denn als militärische und fiskalische Einpassung in ein fremdes Ordnungskonzept.

Der Foreign Affairs-Text ist daher weniger eine Analyse über Amerika als eine unfreiwillige Diagnose deutscher Abhängigkeit. Er zeigt, was passiert, wenn ein Land aufhört, eigene strategische Interessen zu formulieren. Strategische Autonomie ist in diesem Kontext keine ideologische Marotte, sondern die Voraussetzung politischer Selbstachtung.


Elena Fritz.
Elena Fritz.

PI-NEWS-Autorin Elena Fritz, geboren am 3.10.1986, ist vor 24 Jahren als Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen. Nach ihrem Abitur hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg studiert und erfolgreich mit einem Diplom abgeschlossen. Seit 2018 engagiert sie sich in der AfD, war von 2019 bis 2021 im bayerischen Landesvorstand tätig und wurde am 15. November zur Direktkandidatin der AfD für den Wahlkreis Landshut/Kelheim bei der Bundestagswahl 2025 nominiert. Sie ist stolze Mutter eines Jungen. Hier gehts zum Telegram-Kanal von Elena Fritz.

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15 Kommentare

  1. Der Wahlsieger Seguro gilt als klar proeuropäisch
    ……………..
    die südländer sind halt sozialisten durch und durch. ist ja auch kein wunder wenns permanent warm rauskommt. erst wenn deutschland endlich am boden liegt ist feierabend mit dieser Brüssel EU nach v. leyens gnade.
    wenn ich mir vorstelle wie das in diesen ganzen parasitenländern vor 40jahren noch ausgesehen hat. kaum autobahnen und wenn private anleger mit maut. portugal 100km! vor lissabon. alles neu von unserem geld.!!!
    wobei sich da größtenteils irgendwelche bauunternehmer und ihre gönner bereichert haben. auf der ach so wichtigen ost west verbindung madrid lissabon seh ich nur all paar km mal einen lkw rollen. da hätts die alte 2spurige landstrasse ewig ausgereicht

  2. Die 2 von der Tankstelle . Für 3 hat es nicht gereicht…….Niemals hat Deutschland so unfähige Minister bzw. Kanzler gehabt. Oh je .

  3. Die westlichen Länder haben sich doch nach den
    letzten Weltkrieg allesamt den Amerikanern unterworfen !
    Da war es noch eine Frage der Demokratie oder des Kommunismus.
    Das Blatt hat sich gewendet, seit dem Zusammenbruch der
    Sowjetunion, da bekam die USA plötzlich Konkurenz aus Russland.
    Das alleine zeigt schon, dass Russland eine freie, demokratische
    Führung hat, zumindest so „frei“, wie unsere in Deutschland und
    Europa.
    Ich bin sogar der Meinung, das Russland z.Z. eine bessere Demokratie
    hat, als die Demokratien in Europa.
    Putin ist zum größten Teil beliebt und von seinen Volk gewählt worden,
    die Schweinsköpfe der EU sind in Hinterzimmern bestimmt.
    Nur durch die Propaganda und Unterstützung , der gekauften Medien
    und NGO’s kann die Schein-Demokratie aufrecht erhalten werden.
    Für uns, dem Volk, ist nicht die Hegemonie der USA ausschlaggebend,
    denn unter dieser Hegemonie hat Deutschland lange gut gelebt.
    Die Sprengung der Nordstream-Pipeline war der Wendepunkt !
    Diese Sprengung wurde im Auftrag Biden’s vollführt, da beißt die Maus
    keinen Faden ab und ich bin der Überzeugung, dass Trump die
    politischen Voraussetzungen schafft, die Pipeline wieder zu verbinden.

  4. außer tourismus haben die alle NICHTS. okay. olivenöl noch, aber da kommt das meiste eh aus nordafrika.

  5. Es gehört sich nicht, Herrn Merz einen Vollidioten zu nennen, aber für einen Bundeskanzler fehlt ihm wirklich jegliche Qualifikation.

    Ich betrachte ihn immer noch als meine persönliche Beleidigung, dass er die Geschicke diese Staates führt.

  6. @ ghazawat 9. Februar 2026 Beim 10:37
    „… Herrn Merz … für einen Bundeskanzler fehlt ihm wirklich jegliche Qualifikation.“

    Es ist ja keine Qualifikation erforderlich, oder kurz: Jeder kann das machen.
    Eine Schnellgugelung „bundeskanzler qualifikation“ ergibt im relevanten
    – … volljährig sein (mindestens 18 Jahre) und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen
    – … Wahl durch die Mehrheit des Bundestages…

    Und weiter „Wichtige Fakten zur beruflichen Voraussetzung:
    – … Keine formale Pflicht: Weder Ausbildung noch Studium sind zwingend erforderlich…

    Das wars schon. Wichtiger als nachgewiesene Qualifikation sind die weichen Eigenschaften,
    die man in den Vorstellungen der allermeisten politischen Tragi-Komiker taeglich sehen kann.

    Und die verzweifelten bis lautstarken Beteuerungen und plumpesten Schein-Beweise,
    dass alles so stimmt und wahr ist, und wer was anderes beweisen kann, eben Narzi sei.

    Im Jan 26 setzte BDI-Dulger der BRD-Administration unter Merzkel bereits eine 70-Tage-Frist
    zur Umsetzung von Reformen. Diese Zeit laeuft, und wg SPD kann nichts passieren.
    Der Winter geht weiter, Speicher leeren sich, und Steuer-Michel guckt zu.

  7. Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/den-krieg-mit-einem-verhandlungsfrieden-beenden/#comment-352738

    Über einen deutschen Vorschlag zur Beendigung des Ukrainekrieges, der kaum Beachtung fand.

    Der Vorschlag wurde gemeinsam von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, Dr. Johannes Klotz, General a.D. Harald Kujat, Michael von der Schulenburg und Professor Dr. h.c. Horst Teltschik erarbeitet.

    Er wurde aktuell nur auf der Internet-Seite des BSW und in der Berliner Zeitung veröffentlicht.

    Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden – ein deutscher Vorschlag

    Die drei Ziele des Vorschlags sind:

    ?Lösungsmöglichkeiten für die wichtigsten Probleme aufzuzeigen, die bei entsprechender Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien geeignet wären, den Krieg zu beenden;

    ?den Fortbestand der Ukraine als souveränen, unabhängigen und funktionsfähigen europäischen Staat zu sichern und den Menschen dort nach vier Jahren eines grausamen Krieges wieder Hoffnung auf eine Zukunft zu geben;

    ?unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen sowohl Russlands als auch derUkraine den Grundstein für eine gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung ALLES LESEN !!

  8. Wer ist der Nächste? Auf den Spuren der blutigen Geschichte von US-Militärinterventionen im Ausland

    https://tkp.at/2026/02/08/wer-ist-der-naechste-auf-den-spuren-der-blutigen-geschichte-von-us-militaerinterventionen-im-ausland/

    Von den insgesamt 250 Jahren, die die Vereinigten Staaten existieren, waren nur 15 Jahre friedlich.

    Allein seit dem 2. Weltkrieg wurden dadurch etwa 40 Millionen Tote verursacht, dazu kommen noch 48 Millionen Todesopfer durch das Sanktionsregime der USA und ihrer EU-Vasallen wie ein Lancet Studie zeigt.

    Was sind nun die nächsten Opfer?

    Mit der Regierung Trump wurde die Zahl der Kriege noch einmal vermehrt, Trump führt den Rekord mit bisher 10 Kriegen in seinen beiden Amtszeiten, Donald Trump behauptet, ein sogenannter „Friedenspräsident“ zu sein, aber er hat mehr Länder bombardiert als jeder andere US-Präsident zuvor. ALLES LESEN !!

  9. @ghazawat,
    das wird den Vollidioten aber schwer zu Herzen gehen,
    dass du persöhnlich schwer beleidigt bist !

  10. Als das mit der Ukraine oder schon das mit der Krim losging, sagte jemand von den Politikern (war es Merkel?) empört, das könne ja nicht sein, es gebe doch keine Machtsphären! Und ich so „Hä, wieso das denn nicht? Natürlich gibt es die.“
    War ja schon immer so. Früher hieß die östliche Machtsphäre „Warschauer Pakt“. Natürlich gab es die. Wer will das leugnen? Wie kamen die also darauf, daß es sowas nicht geben solle? Der Artikel gibt hier etwas Einblick.
    Auch dieses Gerede von einer „Wertebasierten Ordnung“: Was soll das überhaupt sein? Wahrscheinlich sowas ähnliches: Die Amerikaner bekommen alles.
    Aber das alles führt nochmal zu aktuellen Dingen: Eine ungesicherte, aber plausible Vermutung wäre also: Deutschland richtet sich so neu aus, wie die USA das wollen. Dazu würde dann auch gehören, daß sie jetzt von den Amerikanern abrücken. Nämlich weil diese das so wollen. Nicht weil die Europäer empört wären. Oder J.D. Vance. Das wäre alles lediglich Teil der Neu-Ausrichtung.
    Oder wie so unterschiedliche Personen wie General a.D. Vad und Jürgen Trittin sagten: Über die Frage von Krieg und Frieden in Europa werde in Washington entschieden.

  11. Mir hat mal jemand erklärt, daß das sogenannte „Internationale Recht“ so aussieht: das Land gehört dem Eroberer bis es von jemand anderem erobert wurde beziehungsweise Rückeroberung wurde. Rückeroberung kann militärisch oder durch Verhandlungen / Verträge passieren. Die USA haben zusammen mit GB und Canada große Teile Kontinental-Europas “befreit” beziehungsweise erobert. Somit gehört die unterste Schicht des Bodens ihnen. Die zweite Schicht darauf bilden dann die Nationalstaaten. Manche fühlen sich souverän, manche nicht. Man kann aber auch sagen, daß voll-souverän nur GB, Irland, Schweden, Schweiz, Spanien und Portugal auf der westlichen Seite sind. Alle anderen haben einen Besitzerer, die Eroberer des II. Weltkrieges unter sich, selbst Frankreich, La France.Österreich wurde neutral, naja. Deutschland war nie souverän seitdem. Das letzte Wort haben immer noch die Gewinner des II. Weltkrieges. Somit hat es auch NICHTS zu sagen und zu wollen, muß sich das Einverständnis für Richtungsentscheidungen vor allem von der USA holen. Russland ist 1990 voll abgezogen, kann aber offensichtlich wiederkommen, ohne daß man sie dafür sanktionieren kann. GB ist eher schwächlich. Frankreich gehört zu den „befreiten“ Underdogs ….. und Deutschland hat gewiß seinen Besitzer, der sich nicht abschütteln läßt.

  12. HopplerMama 9. Februar 2026 Beim 16:45
    „Die USA haben zusammen mit GB und Canada große Teile Kontinental-Europas “befreit” beziehungsweise erobert. Somit gehört die unterste Schicht des Bodens ihnen.“
    ——————————————————
    Du meinst, die unterste Schicht von der Erdscheibe? 🙂

  13. Tja, das kommt davon, wenn man bequeme Politiker hat, die ihre Verantwortung lieber in dutzenden Bündnissen abgeben und sich dann enteiern lassen und zu Kreuze kriechen, anstatt selbstbewusst das zu tun, wozu sie gewählt wurden: Die Interessen ihres Staates und ihres Volkes zu vertreten, ohne gleich allen anderen auf den Kopf spucken zu wollen.

    Besonders hervorzuheben ist da unser Aussenministerium. Welcher der Sesselabnutzer beherrschte denn wirklich die Hohe Diplomatie, das Verhältnis von Zugeständnis und Härte?

    ———————————————————————————————

    HopplerMama 9. Februar 2026 Beim 16:45

    Hat derjenige auch erklärt, warum GB trotz der erwähnten Miteroberung und angeblichen Miteigentümerschaft an halb Europa finanziell und kulturell so im Arsch ist und vor Kamelmistsammlern kriecht?

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