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USA an Europa: Mehr Rüstungsausgaben – aber bitte in Amerika

Von ELENA FRITZ | Die jüngsten Stellungnahmen aus Washington zur geplanten Reform der EU-Beschaffungsrichtlinie für Verteidigung zeigen eine Realität, die in Europa bislang kaum offen diskutiert wird. Die USA fordern von ihren europäischen Partnern höhere Militärausgaben, lehnen jedoch gleichzeitig jede politische Entwicklung ab, die europäische Rüstungsindustrien stärkt und amerikanische Anbieter zurückdrängt.

Das US-Außenministerium macht unmissverständlich deutlich, dass man „entschieden gegen Änderungen“ ist, die die Beteiligung amerikanischer Unternehmen an europäischen Verteidigungsaufträgen einschränken könnten. Washington betrachtet europäische industriepolitische Maßnahmen zunehmend als protektionistisch und isolationistisch – obwohl europäische Konzerne weiterhin umfassenden Zugang zum US-Markt haben. Hier zeigt sich ein zentraler strategischer Widerspruch der transatlantischen Sicherheitsordnung.
Einerseits verlangt die Trump-Administration, dass Europa mehr „Verantwortung“ für seine eigene Sicherheit übernimmt. Andererseits soll diese neue Verantwortung nicht zu einer eigenständigen militärisch-industriellen Basis Europas führen.

Auch das Pentagon reagierte ungewöhnlich scharf. Es drohte, den Zugang europäischer Firmen zu US-Beschaffungen zu überprüfen. Künftige Ausnahmen sollen nur noch gewährt werden, wenn sie unmittelbar der NATO-Interoperabilität und Standardisierung dienen. Mit anderen Worten: Technologische Abhängigkeit wird zum politischen Instrument.

Hinter der Forderung nach fünf Prozent Verteidigungsausgaben des BIP steckt damit nicht nur sicherheitspolitische Logik. Sie ist auch Teil einer geoökonomischen Strategie. Ein erheblicher Anteil dieser Mittel soll in Aufträge für die amerikanische Rüstungsindustrie fließen. Dass europäische Staaten versuchen, diese Mittel in eigene Kapazitäten zu lenken, wird in Washington als strategische Herausforderung wahrgenommen.

Der strukturelle Kern des Problems liegt jedoch tiefer. Europa ist derzeit technisch kaum in der Lage, vollständig auf amerikanische Systeme zu verzichten. In vielen Schlüsselbereichen fehlen eigene Alternativen. Zudem erzeugen bereits gelieferte Systeme langfristige Abhängigkeiten: Wartung, Ersatzteile, Software-Updates und Munition bleiben eng an US-Lieferketten gebunden.

Ohne echte technologische Souveränität bleibt jede europäische Sicherheitsstrategie fragmentarisch. Die aktuelle Debatte zeigt daher weniger eine kurzfristige transatlantische Kontroverse als vielmehr den Beginn eines grundlegenden Strukturkonflikts: zwischen europäischem Anspruch auf strategische Autonomie und amerikanischem Interesse an geoökonomischer Kontrolle über sicherheitsrelevante Wertschöpfungsketten.

Die entscheidende Frage für Europa lautet deshalb nicht, ob mehr Geld in Verteidigung fließen soll. Sondern: Wer kontrolliert die industrielle Basis, die Standards und die Lieferketten der europäischen Sicherheit?


Elena Fritz.
Elena Fritz.

PI-NEWS-Autorin Elena Fritz, geboren am 3.10.1986, ist vor 24 Jahren als Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen. Nach ihrem Abitur hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg studiert und erfolgreich mit einem Diplom abgeschlossen. Seit 2018 engagiert sie sich in der AfD, war von 2019 bis 2021 im bayerischen Landesvorstand tätig und wurde am 15. November zur Direktkandidatin der AfD für den Wahlkreis Landshut/Kelheim bei der Bundestagswahl 2025 nominiert. Sie ist stolze Mutter eines Jungen. Hier gehts zum Telegram-Kanal von Elena Fritz.

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9 Kommentare

  1. Einige Waffen gibt es schlicht nicht in Europa.
    Zum Beispiel das F 35 Kampfflugzeug.
    Der Eurofighter ist veraltet.
    Und die EU tut sich schwer, sich auf ein neues Flugzeug zu einigen.
    Die Franzosen schießen quer.
    Sie wollen den Löwen Anteil des Geschäfts für ihre Industrie haben ( Dassault).
    Nun droht BK Merz mit Abbruch
    der Verhandlungen.
    Das ist die Realität.
    Außerdem 40 US Stützpunkte in Deutschland mit 50k Soldaten.
    Aber “ man“ ( EU, Merz) glauben, auf US
    Militär verzichten zu können.

  2. USA – die größten Friedensbremser:
    unsere Nordstreams in die Luft jagen,
    GB u. EU-Länder zur Jagd auf russ.
    Schattenflotte anstacheln,
    Der Koali der Kriegswilligen Waffen
    aufnötigen,
    Rußland an der Front Starlink abdrehen,
    den Ukrainern jedoch nicht,
    Selenski die Tomahawks vollständig freigeben,
    US-Piloten F-16 Kampfjets für Ukr fliegen lassen,
    mit getürkten Friedensverhandlungen für die Ukr
    Zeit schinden,
    Russische Waren sanktionieren,
    wer von Rußland Öl u. Gas kauft, mit
    Terrorzöllen belegen…
    Trump ist der Cheflügner, dagegen ist Merz
    ein kleiner Pinocchio, weil Fritzchen halt nicht
    soviel Macht hat.

  3. Sozialistischer Neidhammel hat immer Probleme mit Menschen die leisten und erolgreich sind!

    Egal woher die Reichen kommen, der Sozi braucht sie als Feindbild wie der Nazi seines.

    Sozialisten brauchen immer Spaltung und Feindschaft und richten deshalb überall auf der Welt Unheil an.

    Freie und mündige Bürger sind denen ei Graus und deshalb sind alle Ausprägungen des sozialistischen Kollektivismus so gefährlich.

    https://www.n-tv.de/mediathek/magazine/fruehstart/Muessen-US-Plutokraten-behandeln-wie-russische-Oligarchen-id30393494.html

  4. Das Verhalten des Friedrich Merz deutet darauf hin, daß er mit zukünftigen Regierungen unter US-Demokraten rechnet, mit denen er ganz selbstverständlich die Ansicht teilt, Deutschland müßte weiter Vasall der USA bleiben und dementprechend die Waffen, die deutsche Unternehmer nicht bauen, von den USA beziehen, also die meisten.

    In dem Zusammenhang muß die Absage an das deutsch-französische Future Combat Air System (FCAS) gesehen werden. Eine deutsch-französische Luftverteidigung ist nicht vorgesehen, sondern die deutsche Aufrüstung soll im Rahmen der Unterordnung von Bündnissen wie der Koalition der Willigen unter den Bedarf von erwarteten US-Regierungen mit Staatspräsidenten der Demokraten konzipiert werden.
    https://www.manager-magazin.de/politik/fcas-bundeskanzler-friedrich-merz-rueckt-von-deutsch-franzoesischem-verteidigungsprojekt-ab-a-6c41dc40-332c-49b2-b649-0137e8239827

  5. Ein Zwerg ist immer von jemandem abhängig, fragt sich nur von wem.

    Ein Zwerg auf eigenen Beinen, das ist hauptsächlich der Wunsch des Zwerges.

  6. Erbsensuppe mit fettem Schweinefleisch 23. Februar 2026 Beim 11:17

    Freie und mündige Bürger sind denen ei Graus und

    +++++++++++++++++

    Freie und mündige Bürger sind denen eine ernst zu nehmende Gefahr

  7. Ist doch alles sonnenklar!
    Trump ist ein ordentlicher Politiker und sorgt für sein Land.
    Außerdem ist er ein sehr schlauer Geschäftsmann.
    Einen solchen Politiker mit diesen Qualitäten sucht man in unserer Regierung vergeblich.

  8. Rüstung kostet Geld. Auf beiden Seiten. Der andere muss dann nachziehen. Und der praktische Nutzen der Sachen, welche dann einmal „Peng!“ ist auch kurz und begrenzt.

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