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Dauerkonfrontation mit Russland wird zur neuen Normalität in Europa

Von ELENA FRITZ | Eine Analyse des US-Geopolitik-Journals „Foreign Affairs“ formuliert einen bemerkenswert offenen Befund: Ein Waffenstillstand in der Ukraine würde kein Gleichgewicht wiederherstellen, sondern den Übergang in eine Phase langfristiger struktureller Konfrontation zwischen Russland und dem Westen markieren. Diese Diagnose ist eine strategische Selbstverortung.

Erstens gehen die Autoren davon aus, dass die Sicherheitsarchitektur vor 2022 irreversibel zerstört ist. Der NATO-Russland-Rat gilt als faktisch tot, die OSZE als weitgehend entkernt, die wirtschaftliche Verflechtung zwischen EU und Russland als demontiert. Kommunikationskanäle sind reduziert, Vertrauen ist zerstört. Damit wird ein Zustand nicht mehr als Krise, sondern als neue Normalität definiert.

Kein innerer Zusammenbruch Russlands

Zweitens wird offen eingeräumt, dass Russland auch im Falle einer Niederlage nicht politisch oder wirtschaftlich kollabieren wird. Die Erwartung eines inneren Zusammenbruchs, auf den viele westliche Strategien implizit setzten, wird als unrealistisch bezeichnet. Das bedeutet: Der Westen stellt sich auf dauerhafte Konkurrenz ein, nicht auf Transformation Russlands.

Drittens beschreibt die Analyse eine parallele Entwicklung: Die EU remilitarisiert sich systematisch, Russland reorganisiert seine militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen. Die zentrale Frage sei nicht mehr, ob ein zukünftiger Konflikt möglich ist, sondern wann und unter welchen Bedingungen er kontrolliert werden kann.

Angriff Russlands auf die NATO unwahrscheinlich

Bemerkenswert ist, dass ein direkter Angriff Russlands auf die NATO als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Das eigentliche Risiko liege in der „Grauzone“: hybride Operationen, Cyberangriffe, Zwischenfälle, militärische Übungen, politische Krisen an den Rändern des Bündnisses. Als mögliche Eskalationsräume werden Belarus, Georgien und Moldau genannt. Die Gefahr besteht aus westlicher Sicht weniger in der Planung als in der Dynamik.

Zugleich wird die Kernangst klar benannt: Ein Zerfall des transatlantischen Bündnisses. Daraus folgt die zentrale Priorität, die USA dauerhaft in Europa zu halten. Die vorgeschlagene Kombination lautet Militarisierung Europas, begrenzte Kommunikationskanäle mit Moskau und schrittweise Integration postsowjetischer Staaten in EU-Strukturen. Ziel ist nicht Entspannung, sondern eine kontrollierte Konfrontation unterhalb der nuklearen Schwelle.

Alle Akteure besitzen legitime Interessen – auch Russland!

Hier liegt jedoch der Widerspruch. Die angebliche „Unumkehrbarkeit“ des Bruchs wird als objektive Realität dargestellt, obwohl sie Ergebnis politischer Entscheidungen der Jahre 2022 bis 2025 ist. Institutionen zerfallen nicht von selbst. Sie werden abgebaut. Und was politisch zerstört wurde, kann politisch auch wieder verändert werden.

Noch gravierender ist die normative Prämisse: Russland dürfe kein legitimes Mitspracherecht in seiner unmittelbaren Nachbarschaft haben. Damit verschwindet der Raum für Kompromisse, weil jede Anerkennung von Interessen als Kapitulation interpretiert wird. Übrig bleibt eine reine Logik des Kräftegleichgewichts ohne tragfähiges Modell für eine stabile europäische Ordnung.

Ein realistischer Ansatz würde dagegen voraussetzen, dass alle Akteure legitime Interessen besitzen und Stabilität nur durch deren Balance entsteht. Solange diese Ebene fehlt, wird der Konflikt strukturell reproduziert.

Für Europa und für Deutschland bedeutet diese Debatte eine Zäsur. Der Kontinent bewegt sich in Richtung einer langfristigen Sicherheitsökonomie, in der Aufrüstung, industrielle Mobilisierung und geopolitische Blockbildung zur neuen Grundlage politischer Legitimation werden. Die Frage ist nicht mehr, ob dieser Kurs Kosten verursacht, sondern wie tief er Wirtschaft, Gesellschaft und politische Systeme verändern wird. Eine dauerhafte Konfrontation ist kein Naturgesetz. Sie ist eine strategische Entscheidung. Und jede Entscheidung hat Alternativen. Nur werden diese derzeit kaum diskutiert.


Elena Fritz.
Elena Fritz.

PI-NEWS-Autorin Elena Fritz, geboren am 3.10.1986, ist vor 24 Jahren als Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen. Nach ihrem Abitur hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg studiert und erfolgreich mit einem Diplom abgeschlossen. Seit 2018 engagiert sie sich in der AfD, war von 2019 bis 2021 im bayerischen Landesvorstand tätig und wurde am 15. November zur Direktkandidatin der AfD für den Wahlkreis Landshut/Kelheim bei der Bundestagswahl 2025 nominiert. Sie ist stolze Mutter eines Jungen. Hier gehts zum Telegram-Kanal von Elena Fritz.

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9 Kommentare

  1. Einen Flächenstaat wie Russland kann man nur erobern, wenn man die eroberten Gebiete anschliessend auch dauerhaft besetzen und mit Nachschub versorgen kann.

    Mit welchen Mannschaften will „man“ denn eroberte Teile Russlands fest und dauerhaft, aber zumindest so lange besetzen, bis loyale und dauerhafte Macht- und Regierungsstrukturen geschaffen sind?

    Genau…

    Und wenn man die USA in Europa behalten will, ist es kontraproduktiv, die gewählte Regierung der USA als Faschisten und Reinkarnation Adolfs zu bezeichnen. Auch wenn die Nachfolgeregierung vielleicht wieder links oder linker ticken mag, so wird sich auch so eine Regierung an den unzuverlässigen und kläffenden Verbündeten erinnern und seine Konsequenzen ziehen.

    Ich weiss nicht, aber mich erinnert das ganze mehr an die drei Machtblöcke aus „1984“, von denen jeder seinen Untertanen einbläut, die beiden anderen wären der Feind und das Bürgerlein müsste der Regierung alles geben, damit „Der Feind“ bekämpft werden kann.

    Mit dem Nebeneffekt, dass die eigene Regierung völlig unbelastet durch demokratischen Firlefanz vor sich hin diktieren kann.

  2. Gestern spät bei LANZ kam einer mit der These um die Ecke, dass es bei dem Ukrainekrieg womöglich um ganz etwas anderes gehen könnte. PUTIN wolle nicht direkt Europa einnehmen, aber er wolle die NATO zerstören, um seinen Sicherheitsabstand zu vergrößern! (Den man ihm vorher immer mehr verkleinerte).

    So kam die Frage auf: Was würde denn passieren wenn in Skandinavien oder Deutschland irgendwo Herr Putin kurz einfallen würde, ein Scharmützel startete, würde die NATO dann sofort RUSSLAND angreifen? Die Antwort war nein. Die NATO würde zögerlich reagieren. Und das sei PUTINS Ziel, die bedrohliche NATO zu zerschlagen, so dass sie sich zuletzt selbst zerlegt. (Deshalb setzt er den Ukrainekrieg fort??)

    Nachdem man Herrn Putin auf jede erdenkliche Art provozierte, attackierte, schikanierte, sanktionierte, seiner Gelder und Mobilien beraubte, alle Friedensdiskussionen blockierte, macht man sich nun Gedanken was wäre wenn…….Putin und Russland einfach weiter „widerspenstig“ bliebe! Wohin das führen könnte!!

  3. nicht die mama 27. Februar 2026 Beim 11:40

    Einen Flächenstaat wie Russland kann man nur erobern, wenn man die eroberten Gebiete anschliessend auch dauerhaft besetzen und mit Nachschub versorgen kann.

    +++++++++++++++++++++++++++++++++

    Niemand erobert Russland!
    Bevor das passieren könnte ist er schon erfroren!!

  4. Eine dauerhafte Konfrontation ist kein Naturgesetz. Sie ist eine strategische Entscheidung. Und jede Entscheidung hat Alternativen. Nur werden diese derzeit kaum diskutiert.

    ++++++++++++++++++

    Meint Frau Fritz vielleicht: Alternative Entscheidungen werden erst dann möglich werden, wenn die Hauptakteure, die den Konflikt mit deutschen Steuergeldern am Leben halten: EU/van der Leyen & Freunde, auf dem Hauptfriedhof begraben liegen?

    So dass endlich Neues, Friedliches entstehen könnte!

  5. Dazwischen wieder TRUMP HETZE bei der BILD
    „EXPERTE“ verrät was TRUMP Angst macht.

    Da braucht man kein Experte zu sein, um zu erkennen, dass TRUMP nur ungern den IRAN angreifen will.
    TRUMP ist immerhin kein IDIOT!
    Er ist ein Immobilien Tycoon und kein Selbstmörder!
    Nicht umsonst forderte er deshalb ISRAEL auf, wenn sie wollen, sollen sie den IRAN zuerst angreifen.

    Es ist nicht die Gefährlichkeit des IRANS, die ihm „ANGST“ macht, sondern es sind die Tentakel, die alle (noch im Verborgenen) am IRAN hängen!

    Greife den IRAN an, dann hast du die halbe ARABISCHE WELT wie „Kaugummi am Schuh kleben“!!
    Alle bewaffnet mit Raketen, Messern, und Schwertern!
    Das ist auch für eine hoch effiziente Militärmacht wie die USA ein bißchen viel auf einmal.
    Der VIETNAM KRIEG ist die Blaupause dazu. Afghanistan reicht für diese Erkenntnis schon aus.

    https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/experte-verraet-ein-iran-szenario-macht-trump-richtig-angst-69a145cfd7d06da94a11bc28

    Diese Erkenntnis will sich die BILD
    durch ihren betreuten Journalismus von ihren werten Lesern extra vergüten lassen!

    BILDUNG gibt es halt nicht umsonst!

  6. Wir in der EU haben diesen Krieg von der Biden-Regierung und dessen Marionetten (Alt-Parteien) geerbt

    Die Alt-Parteien arbeiten wie geistlose Zombis der Biden/Wallstreet-Regierung nun weiter an diesem Konflikt, obwohl sich die Welt längst weiter gedreht hat

  7. Wüterich Kiesewetter will Rußland zerschlagen

    Er will die unterdrückten Völker von
    der russischen Knute befreien, das
    Joch Moskaus abwerfen…

    Bei Russland könnte man die Liebe auf über sechs Dutzend Republiken, Oblaste und Regionen aufteilen – vorausgesetzt, dass sie einander nicht zerfleischen oder Opfer habgieriger Nachbarn werden…
    +https://weltwoche.de/daily/roderich-kiesewetter-will-russland-in-seine-einzelteile-aufloesen-kleines-plaedoyer-fuer-verbale-abruestung/

    Strömt herbei, ihr Muselmanen,
    Kiesewetter hat Erbarmen!
    Deutschland hat Platz:

    RF, 4/2013 – Rund 20 Millionen Menschen, also ein Siebtel der Gesamtbevölkerung, sind Muslime. Etwa 40 Volksgruppen der Russischen Föderation(RF) gehören zur Welt des Islam – mit den Tataren als der größten ethnischen Minderheit (5,5 Millionen).
    +https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/2013A24_hlb.pdf

    IWF rettet Ukraine mit 8,1 Mrd.
    KLARTEXT WINKLER | 6 Min.
    Ist das eine notwendige Stabilisierung eines Staates im Krieg – oder wächst damit die finanzielle Abhängigkeit von westlichen Institutionen? Welche Reformauflagen sind mit dem Kredit verbunden? Und wie verändert dieser Deal die geopolitische Balance zwischen Ukraine, Russland, EU und USA?
    +https://www.youtube.com/watch?v=txB8_kBUgHY

  8. Die Teufel der westlichen Politik, haben es tatsächlich
    fertiggebracht, einen Feind aufzubauen, der gar nicht
    unser Feind ist !
    Das zeigt, wie verblödet ein Volk ist.
    In diesen Fall viele Völker, nämlich der EU, mit Ausnahme
    Ungarns und Tschechiens.
    Die EU und die Nato ist das größte Intrigengebilde, dass sich ein Mensch
    vorstellen kann, sie wollte Russland als Feind unbedingt haben und
    der dumme Bürger hat es sich, ohne jeglichen Grund aufschwatzen lassen.
    Der Ukrainekrieg war noch vor den Beginn von der Nato geplant,
    um den Russen als Feind darstellen zu können.
    Ohne Feind ist die Nato sinnlos wie ein Kropf !
    Auch Trump hat mich in diesen Fall schwer enttäuscht, er hatte vor seinen
    Amtsantritt sogar die Nato-Mitgliedschaft in Frage gestellt, stand heute,
    macht er bei dieser Sauerei gegen Russland mit.
    Was nützt den USA ? scheint die einzige Priorität zu sein, danach
    kommt lange nichts mehr !

  9. Medien und Politiker versuchen die Sache bis ins unendliche aufzublasen.

    Dabei gibt es nur einen Vertrag über wirtschaftliche und militärischen Zusammenarbeit, welcher von einer an die Macht geputschten Regierung in Kiew gegen den Willen des dortigen unkrainischen Volkes unterschrieben wurde.

    Und wenn man die Bevölkerung der EU gefragt hätte, dann wäre dieser Vertrag auch nicht unterzeichnet worden.

    Es wird bei den Kriegstreibern der EU-Regierungen jeden Monat, jede Woche, jede Stunde immer weiter rhetorisch und militärisch eskaliert, so das man meinen könnte, dass dieser Krieg schon vor seinen beginn von EU/GB/USA/NATO herbei-gewünscht und herbei-organisiert wurde (was er meiner Meinung nach auch war!)

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