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Formiert sich eine „Mini-NATO“ aus Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei?

Von ELENA FRITZ | Die mögliche Formierung eines militärischen Dreierpakts aus Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan ist kein exotisches Randereignis, sondern ein Symptom tieferliegender Verschiebungen. Wer diesen Vorgang isoliert betrachtet, verkennt seinen Charakter. Es geht nicht um Ideologie, nicht um Religion, nicht einmal primär um regionale Rivalitäten – es geht um Erosion bestehender Sicherheitsgarantien und um die Suche nach funktionierenden Ersatzarchitekturen.

Schon das saudisch-pakistanische Bündnis hat das Machtgefüge im Nahen Osten verschoben. Pakistan liefert nukleare Abschreckung, Raketen, militärische Masse. Saudi-Arabien liefert Kapital. Der mögliche Beitritt der Türkei würde daraus mehr machen als eine Zweckgemeinschaft: Ankara bringt Industrie, Technologie, operative Erfahrung ein – und vor allem die Fähigkeit, militärische Macht politisch zu verpacken. Das Ergebnis wäre keine „Mini-NATO“, sondern ein arbeitsteiliges Sicherheitskartell, in dem jeder das einbringt, was den anderen fehlt.

Der entscheidende Punkt liegt jedoch woanders: Dieses Bündnis entsteht nicht gegen die USA, sondern wegen der USA. Weil amerikanische Sicherheitszusagen inzwischen politisch volatil wahrgenommen werden. Weil regionale Akteure gelernt haben, dass Garantien wechselnde Halbwertszeiten haben. Der Dreierpakt ist daher weniger ein Angriff auf die bestehende Ordnung als ein Misstrauensvotum gegen sie.

Genau hier beginnt das strategische Problem für Deutschland. Berlin neigt dazu, neue Machtkonstellationen entweder zu moralisieren oder zu ignorieren. Beides wäre falsch. Aus einer nüchternen sicherheitspolitischen Perspektive ist ein solcher Block vor allem eines: ein Ordnungsbruch mit Langzeitfolgen. Nicht zwangsläufig destabilisierend im Moment seiner Entstehung, aber riskant, weil er zusätzliche Ebenen von Abschreckung, Missverständnissen und Eskalationspfaden schafft.

Besonders heikel ist die Rolle der Türkei. Als NATO-Mitglied kann Ankara keine parallele Sicherheitsarchitektur aufbauen, ohne Bündniskohärenz zu beschädigen. Wer die Türkei jedoch isoliert oder öffentlich unter Druck setzt, treibt sie erst recht in solche Konstruktionen. Der strategisch einzig sinnvolle Ansatz wäre Rückbindung statt Belehrung: Einbindung, Transparenz, Konsultation. Nicht aus Sympathie, sondern aus Eigeninteresse.

Der nukleare Faktor Pakistan verschärft die Lage zusätzlich. Dabei geht es weniger um akute Proliferation als um Krisenstabilität. Je dichter nukleare Abschreckung in ohnehin fragmentierten Regionen wird, desto größer wird das Risiko von Fehlkalkulationen – insbesondere dann, wenn mehrere Machtzentren gleichzeitig Signale senden.

Auch Drittakteure geraten unter Druck. Iran wird faktisch eingedämmt, ohne benannt zu werden. Israel verliert strategische Exklusivität. Indien muss jede Aufwertung Pakistans als Bedrohung lesen. Selbst China sieht sich mit einer schleichenden Verschiebung seines pakistanischen Hebels konfrontiert. Der Dreierpakt wirkt damit wie ein Katalysator, der bestehende Spannungen beschleunigt, ohne sie zu lösen.

Was folgt daraus für Deutschland? Sicher nicht Symbolpolitik. Sicher nicht die Illusion, man könne „Position beziehen“, ohne Mittel und Einfluss zu haben. Deutschlands Rolle kann nur eine ordnungsstabilisierende sein: Begrenzung von Eskalationsrisiken, Schutz von Handels- und Seewegen, konsequente Nichtverbreitungslogik, und vor allem eine Außenpolitik, die sich nicht in Werteformeln erschöpft, sondern Interessen klar benennt.

Der eigentliche Befund ist ernüchternd: Der mögliche Dreierpakt zeigt weniger die Stärke seiner Mitglieder als die Schwäche der bestehenden Sicherheitsarchitektur. Wer ihn nur verurteilt, lernt nichts. Wer ihn analysiert, erkennt: Die Welt organisiert Sicherheit neu. Deutschland täte gut daran, endlich aufzuhören, Zuschauer zu sein.


Elena Fritz.
Elena Fritz.

PI-NEWS-Autorin Elena Fritz, geboren am 3.10.1986, ist vor 24 Jahren als Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen. Nach ihrem Abitur hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg studiert und erfolgreich mit einem Diplom abgeschlossen. Seit 2018 engagiert sie sich in der AfD, war von 2019 bis 2021 im bayerischen Landesvorstand tätig und wurde am 15. November zur Direktkandidatin der AfD für den Wahlkreis Landshut/Kelheim bei der Bundestagswahl 2025 nominiert. Sie ist stolze Mutter eines Jungen. Hier gehts zum Telegram-Kanal von Elena Fritz.

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15 Kommentare

  1. Durch die Masseneinwanderung von
    Türken u. Arabern gehört Deutschland
    denen schon. Die Türkei wird sich auch
    noch den Rest von Zypern krallen.
    Indien u. Rußland werden gereizt. China
    will große Stücke der RF einheimsen, die
    russischen Islamistans will es eher nicht.
    Noch diese Woche werden die USA den
    Iran bombadieren… Oder? 😐

  2. Ja, die Sunniten und die Schiiten werden nichts lieber tun, als mit den Osmanen sich zu vereinen, das wird eine richtig stabile Allianz werden, weil saudisches Geld ja Loyalität kaufen kann und 1400 Jahre Kampf gegeneinander zu überbrücken vermag …

    Wer liefert denen eigentlich die Waffen oder hat „Freiheits“truppen aus diesem Lieferantenstaat im Land?

  3. Muss jedes Land sich von innen von den Tyrannen und Verbotsideologen befreien … oder kann die Befreiung auch von aussen kommen? Bei der Antwort gibts die große Heuchlerei !

  4. „Berlin neigt dazu, neue Machtkonstellationen entweder zu moralisieren oder zu ignorieren. Beides wäre falsch.“

    Man darf Herrn Merz nicht überfordern. Er ist schon genügend gefordert, wenn er nach dem Fttern und Windeln Bäuerchen machen muss. Mehr schafft er schlichtweg nicht.

    Nein, natürlich sage ich nicht, dass er ein Vollidiot ist, da mir seine psychiatrische Akte nicht vorliegt.

  5. Der boese Wolf
    14. Januar 2026 Beim 11:36

    „Keine Satire! Jens Spahn behauptet, dass die AfD den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands im Programm hat“

    Man darf Frau Spahn nicht böse sein. Sie hat genug damit zu tun, dass ihr vollbärtiger Ehemann treu zu Hause bleibt. Zu mehr reicht die Kraft leider nicht.

  6. Der eine bringt das Brot, der andere die Butter, der Dritte die Wurst.

    Ein hochfunktionierendes Dreiergespann:

    Der eine kommt mit der Atombombe unterm Arm,
    der Zweite bringt das Öl und die „Kohle“.
    Die Türken lassen die fleißigen Arbeiter und Arbeitsbienen los.

    Jetzt fehlen nur noch die 79 Jungfrauen.
    Ein Himmelreich auf Erden.

  7. @Der boese Wolf 14. Januar 2026 Beim 11:36
    Zitat: „Keine Satire! Jens Spahn behauptet, dass die AfD den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands im Programm hat“.
    ***********
    Bemerkung: Was will der Lügenkasper und Volpfosten auch anders sagen?! Typisch CDU/CSU. nur so versuchen sich diese Parteifuzzis zu verteidigen. Diese wissen genau was läuft… Vorwärts mit Fakenews ist die „beste Verteidigung“. Wetten, der bekommt auch noch seine Coronamasken Deals (inkl. Millionenvillakauf) an die CDU Wähler mit Lügen billig verkauft.
    Apropo dass die CDU/CSU immer noch so viele Prozente nach Wählerumfragen haben soll, ist ebenso unverständlich.Wenn diese Werte endlich radikal niedriger wären, könnte Spahn nicht den Mund so aufreissen ! Betreutes Denken und Verarsche hat in dieser Merz&C0. Wählerklientel leider immer noch Hochkonjunktur. !
    einfach Kopfschüttel – haben „viel Papier in Kopf“ -drauf stehen Gehirn leer !

  8. Der eine kommt mit der Atombombe unterm Arm,
    der Zweite bringt das Öl und die „Kohle“.
    Die Türken lassen die fleißigen Arbeiter und Arbeitsbienen los
    ………….
    haha fleissige arbeitsbienen. türken können nur döner und gebrauchtwagen und natürlich bügergeld, araber nur öl, und pakis können überhaupt nichts wie sich grad mal wieder bei dem spezialkrieg gegen indien gezeigt hat.
    oder fragen wir mal den großmufti erdo warum die seit jahrzehnten mit der PKK rummachen.
    also vor dem gespann wird israel nur wenig angst zeigen.

  9. Türken sind auf die illegalen Migranten sauer. Sie selbst haben damals nicht so viel bekommen. seit 2015 kommen illegale und bekommen alles in den Hintern geschoben. Schon verständlich.

  10. .
    Trumps Länder-Monopoly

    Deutschland beansprucht Karibik und Mallorca = als nationales Erholungs-Resort.
    Die genannten Areale sind also demnächst deutsch. Oder es gibt Krieg !

    1.) Friedel
    .

  11. @ friedel_1830 14. Januar 2026 Beim 18:15

    Helgoland wurde mal früher gegen Sansibar getausch. sonst hätten wir eien deutsche Insel in den Tropen.

  12. @ Haremhab 14. Januar 2026 Beim 19:23

    Sansibar mit islamisierten Schwarzen?
    Nein, Danke! Keinen Bedarf.

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