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Donnerstag, April 30, 2026
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Militarisierung des Gesundheitswesens schreitet voran

Von MEINRAD MÜLLER | Ein akuter Herzinfarkt-Patient kämpft um sein Leben in der Notaufnahme und muss warten, weil ein Soldat mit einem Beinbruch priorisiert wird, um rasch wieder kriegstüchtig zu sein. Diese umgekehrte Triage droht Realität zu werden. Leicht verletzte Militärs könnten schwer kranken Zivilisten vorgezogen werden. Die Medizin würde zum Werkzeug des Krieges degenerieren.

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) warnen eindringlich vor dieser Entwicklung. Deren Kampagne „Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen“, gestartet im September 2025, hat bereits fast 900 Unterschriften von Beschäftigten im Gesundheitsbereich gesammelt. Sie lehnen jede militärische Priorisierung kategorisch ab.

Der Frankfurter Chirurg Bernd Hontschik, langjähriges IPPNW-Mitglied und scharfer Kritiker der Ökonomisierung der Medizin, bezeichnet die umgekehrte Triage als „Gipfel des Missbrauchs medizinischer Kompetenz“ und als „völlige Perversion ärztlichen Denkens und Handelns“. Leicht verletzte Soldaten vor schwer leidenden Zivilisten zu behandeln, nur um die Kampfkraft zu erhalten, widerspreche jedem ethischen Grundsatz.

Hintergrund dieser Warnungen sind die im Jahr 2024 novellierten Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung sowie das angekündigte Gesundheitssicherstellungsgesetz. Während andere Ärzteverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) aktiv Kriegsverletzungs-Kurse mit Beteiligung der Bundeswehr organisieren, von einem „wehrhaften“ Gesundheitswesen sprechen und Symposien an der Charité zum Thema Ernstfall abhalten, stellt sich die IPPNW entschieden dagegen.

Viele Mediziner übernehmen inzwischen ein alarmierendes Kriegsvokabular: Es ist die Rede von Kriegstüchtigkeit des Gesundheitswesens, von Vorbereitung auf Massenanfälle von Verletzten und von der Notwendigkeit, Kliniken militärisch auszurichten. Statt sich für Frieden, Verhandlungen und echte Prävention einzusetzen, gliedern sie sich willig ein und werden zu potenziellen Stützen der Heimatfront.

Genau hier zeigt die IPPNW den ethisch richtigen Weg: Die beste Medizin ist und bleibt die Prävention von Kriegen. Keine Schulungen in Kriegsmedizin, kein Vorrang für militärische Belange. Unsere Kliniken und das gesamte Gesundheitswesen müssen den Menschen dienen, nicht der Logik von Aufrüstung und Eskalation. Diese Warnung ist ein dringender Weckruf an die Gesellschaft. Sie darf nicht ignoriert werden, bevor die Militarisierung unwiderruflich wird. (Quelle: Multipolar-Magazin vom 11. Dezember) 


Meinrad Müller.
Meinrad Müller.

PI-NEWS-Autor Meinrad Müller (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf PI-NEWS gibt es hier, seinen privaten Blog finden Sie hier.

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6 Kommentare

  1. Erst müssen sie diejenigen auflesen, die sich verwunden lassen wollen.
    Das wird nicht leicht werden!

    Übrigens das Tool Rezept auf Gesundheitskarte ist schon wieder rückläufig, es funktioniert nicht hinten und nicht vorn, das erklärte mir neulich eine Alenpflegerin.

    Ein Land im Chaos. Hier funktioniert gar nichts mehr zuverlässig was Service betrifft.
    Nur noch die staatlichen Kontroll- und Sanktionsfunktionen funktionieren dafür ausgezeichnet.

  2. Es sind hier in DEUTSCHLAND die letzten asozialen Zustände im KRANKENWESEN.
    Von GESUNDHEITSWESEN gar nicht zu reden.

    Egal wo man beim Arzt anruft!
    ES GEHT ÜBERHAUPT KEINER MEHR ANS TELEFON!!
    SO WAS HAT ES FRÜHER NIE GEGEBEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Kein Wunder, dass die Leute an den Wochenenden die Krankenhäuser stürmen.

    Und wer dann den Notruf wählt, der wird mit 260 EUR ABGEZOCKT!

    Die Folge wird sein, dass die Leute ihre Nachbarn lieber sterben lassen, als den NOTRUF zu wählen!!!

    ASOZIAL IST DAS HIER GEWORDEN!!
    besonders unter LAUTERBACH die anderen folgen dem üblen Kurs!!

    Wehedem der hier krank wird, der wird etweder arm dabei,
    oder er überlebt es nicht!!!!!

    EIN ARMUTSZEUGNIS!!

  3. .
    Jeanette,
    .

    1.) bevor hier seit 2013 ( ja 2013 ! Turbo dann 2015 ) Millionen analphabetische Sandmänner kamen, war unser Gesundheitssystem einigermaßen intakt.

    Die Neuankömmlinge zahlen nicht (nennenswert) ein, genießen aber Hightech-Medizin.

    2.) Jetzt muß man erzwungenermaßen mit Bonus-Malus-Systemen ärztliche Leistungen lenken (Eigenanteil). Ärgerlich für länger hier Lebende, die finanzieren.

    Friedel
    .

  4. Deutschlands Kriegstrompete „Bild“

    Industrie und Beschaffung: Merz
    beschließt Waffen-Bündnis mit Ukraine
    Florian Kain, 15.12.2025
    (Mit dem Familiennamen ist man bestraft.
    Evtl. kommt der Namen Kain von Konrad.)

    Berlin – Deutschland rüstet massiv auf – MIT der Ukraine! BILD wurde aus Regierungskreisen ein in der Koalition abgestimmter Zehn-Punkte-Plan für eine intensive Militärkooperation zugespielt.

    Demnach soll eine umfassende Rüstungspartnerschaft mit dem von Russland überfallenen Land gestartet werden. Bedeutet mittelfristig: An der Front werden deutsch-ukrainische Waffen zum Einsatz kommen. Und: Auch die Bundeswehr wird sie nutzen…

    Bereits aktuell ist die Bundesrepublik der größte militärische Unterstützer der Ukraine in Europa (bislang investiert: mehr als 40 Mrd. Euro). Jetzt fällt der Startschuss für die nächste Stufe…

    – Regelmäßige hochkarätige rüstungspolitische Konsultationen der Verteidigungsministerien;

    – Schaffung eines Verbindungsbüros der ukrainischen Rüstungsindustrie in Berlin („Ukraine Freedom House“) zur besseren Vernetzung mit den deutschen Firmen. Gleichzeitig Verstärkung der Ansprechstellen für die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in der Ukraine (u. a. über Deutsche Botschaft Kiew);

    – Mehr Personal und mehr Befugnisse für den Militärattachéstab an der Deutschen Botschaft in Kiew, ständiger fachlicher Austausch, welche Waffen benötigt werden;

    – Neue Leuchtturmprojekte für die gemeinsame Erforschung, Entwicklung und Produktion von Waffen. Dabei soll der Vorsprung der ukrainischen Industrie bei Drohnen und Co. genutzt werden;

    – Ständiger Technologietransfer in noch mehr rüstungspolitischen Joint Ventures mit Austausch in beide Richtungen. Heißt auch: Produktion von in der Ukraine entwickelten Rüstungsgütern in Deutschland;

    – Schmieden einer großen Waffen-Beschaffungsgemeinschaft mit europäischen Partnern zugunsten der Ukraine – teils auch aus ukrainischer Produktion;

    – Integration der ukrainischen Industrie in den EU-weiten Markt für Verteidigungsgüter;

    – Mögliche Nutzung von Investitionsgarantien des Bundes für rüstungsindustrielle Investitionen in der Ukraine;

    – Ständiger Informationsaustausch über die Geschehnisse an der Front. Geplant ist die Übermittlung und Nutzung aufgezeichneter, digitaler Gefechtsfelddaten der Ukraine sowie zum Praxis-Austausch über Erfahrungen mit dem Einsatz deutscher Rüstungstechnologien in der Ukraine;

    – Schaffung eines speziellen Anti-Korruptionsschutzschildes bei Rüstungsgeschäften mit der Ukraine.
    +https://www.bild.de/politik/inland/merz-beschliesst-waffen-buendnis-mit-ukraine-693fd73bb09dc82a576a0dc0

  5. Militarisierung des Gesundheitswesens schreitet voran.
    ###
    Echt?
    Wann kommt die Blutgruppentätowierung zurück?
    Damit medizinisches Personal auf Anhieb weiß,
    um wen es sich vorrangig zu kümmern hat! 😆 😆 😆
    Dieser Beitrag ist durch Art. 5 GG gedeckt.
    H.R

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