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Donnerstag, April 23, 2026
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Glücksspieleinnahmen des Staates sinken: Wurde die legale Branche überreguliert?

Schon 3.000 vor Christus zockte man im Alten China um die ein oder andere Goldmünze. Auch mehr als 5.000 Jahre später hat sich daran wenig geändert. Nur die Art und Weise sowie die Anzahl der Glücksspiele sehen ein wenig anders aus. Heute würfeln die Spieler längst nicht mehr darum, wer die höchste Zahl auf den Würfeln hat. Nein, sie fordern ihr Glück bei Online-Slots wie Book of Ra oder anderen Glücksspielen heraus. Laut den Zahlen des Glücksspielatlas versuchen circa 30 Prozent der Deutschen auf diese Weise, den einen oder anderen Euro zu gewinnen.

Doch während der Spieler vielleicht nur darauf hofft, den Slot zum Klimpern zu bringen, geht es für den Staat um weitaus mehr. Denn das Glücksspiel spült jährlich Milliarden in die Staatskassen. Jahrelang konnte sich der Staat auf steigende Steuereinnahmen freuen. Nach all den Jahren des Wachstums scheinen die Zahlen nun aber rückläufig zu sein. Im Jahr 2023 lagen die Steuereinnahmen noch bei 2,57 Milliarden Euro, während sie im vergangenen Jahr auf 2,48 Milliarden zurückgingen. Mittlerweile warnen sogar die Experten, dass die Einnahmen in Gefahr sind! Droht in diesem Jahr ein erneuter Rückgang?

Was sagen die Zahlen am Ende wirklich aus?

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht regelmäßig die Zahlen für die Glücksspieleinnahmen in Deutschland. Dort scheint es zunächst einmal so, als sollten die Experten Recht behalten. Laut den Zahlen von DeStatis verbucht die Branche nämlich seit 2013 ein permanentes Wachstum und erreicht 2022 mit mehr als 2,5 Milliarden Euro ihren Höchststand. Laut den aktuellen Zahlen des Bundesfinanzministeriums sanken die Zahlen jedoch auf 2,48 Milliarden Euro.

Auf den ersten Blick sinken also die Steuereinnahmen aus dem Glücksspielbereich. Was bedeuten könnte, dass Online-Spielotheken wie Wildz tatsächlich monatlich weniger Glücksspieler bei sich begrüßen dürfen. All das trotz des riesigen Angebots von mehr als 100 Slotspielen und einem 24/7 erreichbaren Kundenservice. Schaut man sich die Zahlen der vergangenen Jahre genauer an, sieht das Ganze weniger dramatisch aus. Dort zeigt sich eher eine Stagnation statt eines Rückgangs.

Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Spieler weniger Zeit in Online-Spieltheken verbringen. Vielmehr kehren zunehmend mehr Spieler dem regulierten Glücksspiel den Rücken und tummeln sich stattdessen auf dem Schwarzmarkt. Und genau dort beginnen die Schwierigkeiten. Denn hier verliert der Staat nicht nur den Überblick, sondern auch eine ganze Menge Steuereinnahmen.

Vorsicht, denn der Schwarzmarkt blüht auf!

Wir sind uns wohl alle einig, dass Regeln wichtig sind! Hierzu hat die Regierung im Jahr 2021 einen neuen Glücksspielstaatsvertrag beschlossen. Seine Regularien schützen die Spieler und schaffen einen fairen Wettbewerb. Aber was passiert, wenn die Regularien durch die Decke gehen? Die Antwort darauf sehen wir in den vergangenen 4 Jahren.

Dann suchen die Spieler ihr Glück woanders, nämlich auf dem nicht regulierten Schwarzmarkt. Laut der Universität Leipzig stammen rund 50 Prozent der Umsätze des Online-Glücksspiels von illegalen Seiten. Vor allem in der Glücksspielbranche scheint sich also zu zeigen, dass Regulierung nicht automatisch mehr Kontrolle bedeutet. Es sind nämlich nicht nur die Glücksspieler, die abwandern, sondern auch die Spieleanbieter selbst.

Die Hürden für Online-Spieleanbieter könnten zu hoch sein

Der Staat legt den Anbietern nämlich extreme Hürden auf, um überhaupt legal am deutschen Markt zu operieren. Von niedrigen Einsatzlimits über umfangreiche Lizenzanforderungen bis zu Einschränkungen bei der Werbung – die Liste ist lang. Für manche Anbieter zu lang. Viele entscheiden sich überhaupt nicht erst mitzumachen. Und für die Spieler heißt das oft, dass sie auf regulierte Angebote verzichten müssen oder wollen.

Das ist ein Problem. Steigen nämlich die Spielaktivitäten auf dem illegalen Markt, generiert der Staat weniger Steuereinnahmen. Außerdem ist es schwer zu überschauen, wie viele Spieler am Ende wirklich dem legalen Glücksspiel den Rücken kehren. Theoretisch könnte es sein, dass die Zahl der Menschen, die ihr Glück herausfordern, von Jahr zu Jahr steigt. Doch nur ein Bruchteil davon sitzt am Online-Slot eines legalen Anbieters.

Was vielen Spielern dabei völlig entgeht, ist die Tatsache, dass es sich um ein illegales Glücksspiel handelt. Der Staat kennt in dieser Hinsicht keinen Pardon – sowohl für die Anbieter als auch für die Spieler. Laut dem Strafgesetzbuch (§ 285 StGB) droht für Teilnehmer eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Veranstalter hingegen müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Abzuhalten scheint es allerdings keinen von beiden. Der illegale Markt floriert weiter und die Veranstalter richten sich teilweise gezielt an Spielsüchtige, um diese ohne Einsatzlimits zum Glücksspiel zu locken.

Ein lukrativer Markt für illegale Anbieter

Warum riskieren so viele Spieler sogar eine Freiheitsstrafe? Ganz einfach, weil es A einige gar nicht wissen und B einigen auch egal ist. Es geht dort augenscheinlich einfach lockerer zu, was viele Spieler anzieht. Hier warten größere Gewinne, kürzere Registrierungsprozesse und keine lästigen Limits. Doch der Preis für diese vermeintliche Freiheit ist hoch.

Illegale Anbieter kümmern sich teilweise nicht um das Wohl der Spieler. Wer dort spielt, riskiert, alles zu verlieren. In Deutschland herrscht etwa ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat. Bei illegalen Anbietern ist dies jedoch nicht unbedingt gegeben. Dort können Spieler frei über ihre Einsätze entscheiden und riskieren am Ende sogar ihr gesamtes Erspartes zu verlieren.

Und während dieser unregulierte Markt wächst, schaut der Staat zu und kann daran nichts verdienen. Genau das ist das Paradoxon der Überregulierung. Mehr Vorschriften sollen eigentlich den Markt in den Griff bekommen, treiben dabei aber immer mehr Spieler in die Arme illegaler Anbieter.

Gibt es eine Lösung für dieses Problem?

Augenscheinlich müssen also Lösungen her, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Ansonsten wird es schwierig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Einfach gesagt, kann es sinnvoll sein, die bestehende Regulierung noch einmal anzupassen. Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass alle Regeln abgeschafft werden sollen. Vielleicht braucht es vielmehr eine kluge Balance zwischen notwendigem Spielerschutz und attraktivem Angebot – für Anbieter und Spieler.

Ein Umdenken seitens des Staates könnte so beispielsweise mehr Anbieter auf den deutschen Markt spülen. Spieler können so auf ein größeres legales Angebot zurückgreifen. Ein erster Schritt wäre es beispielsweise, die bislang verbotenen Spiele wie Blackjack und Roulette sowie Slots mit progressiven Jackpots wieder zu legalisieren. Diese gelten aktuell in Deutschland als illegal, obwohl die Glücksspieler sie lieben.

Der Staat hingegen bräuchte mehr Möglichkeiten, den Schwarzmarkt einzudämmen. Es darf für illegale Anbieter nicht so einfach sein, ihr Angebot am deutschen Markt zu präsentieren. Wie genau solche Maßnahmen aussehen könnten, liegt in den Händen des Staates. Ein erster Punkt könnte es sein, die Strafen für illegale Glücksspielangebote drastisch zu erhöhen. Dies könnte die Anbieter abschrecken. Strafen, die die Justiz dann auch konsequent umsetzt.

All das funktioniert jedoch nur, wenn die Verantwortlichen den Ernst der Lage erkennen und Veränderungen aktiv umsetzen. Sonst bleibt alles, wie es ist, und das Problem wächst weiter.

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