Grüezi miteinand, liebe Freunde der anderen Sicht! Hier steht Roger Köppel, ausgebrochen aus dem Büro, vor der gewaltigen Bündner Bergkulisse – unverrückbar, ewig, demütigend groß. Die Berge erinnern uns daran, wie winzig der Mensch eigentlich ist, auch wenn er sich für das Maß aller Dinge hält.
Ich wünsche Ihnen von Herzen schöne Weihnachten, eine besinnliche Übergangszeit und einen kraftvollen Start ins Jahr 2026. Es wird wirtschaftlich kein Zuckerschlecken – aber Niedergeschlagenheit hilft niemandem. Wir sind gerufen, die Herausforderungen anzupacken, mit Zuversicht und guter Laune.
Dieses Jahr hat mich wieder weit herumgeführt – zuletzt nach Afghanistan. Das Land war mir fremd und hat mich doch tief beeindruckt. Die zentrale Erkenntnis: Es gibt unterschiedliche Kulturen. Und die lassen sich nicht umbauen.
Wir können andere Gesellschaften nicht nach unserem Gusto umerziehen. Und wir können Menschen aus diesen Kulturen nicht importieren und erwarten, dass sie im Handumdrehen Schweizer, Deutsche oder musterhafte Europäer werden. Kultur prägt – tief und dauerhaft.
Genau das müssen wir wieder lernen: die Vielfalt der Kulturen ernst nehmen und wertschätzen – und gleichzeitig unsere eigene Kultur entschlossen verteidigen. Nicht arrogante Überheblichkeit, nicht der moralinsaure Besserwisserton, mit dem uns die Leitmedien täglich überschütten.
Unser Wohlstand hat uns in Europa und in der Schweiz arrogant gemacht. Wir glauben, alles besser zu wissen, alles durchschauen zu können, anderen Vorschriften machen zu dürfen. Dieser Moralismus ist nichts anderes als verkappte Anmaßung. Dahinter steckt Unsicherheit, Panik, dass uns die Felle davonschwimmen.
Statt offener Debatte erleben wir zunehmend autoritäre Tendenzen – siehe der Fall Jacques Bo oder die vielen kleinen und großen Maulkörbe. Wer nicht spurt, wird kaltgestellt. Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche.
Mein Vorsatz für 2026: die Welt wieder neu und unvoreingenommen erkunden. Durch die Augen der Menschen vor Ort schauen. Weniger schnelle moralische Urteile, mehr Demut. Vorurteile haben ihren Sinn – sie sind geronnene Lebenserfahrung. Aber blinde Arroganz führt ins Verderben.
Frieden entsteht nur, wenn man den anderen wirklich verstehen will. Wenn man akzeptiert, dass Interessen ausgeglichen werden müssen. Ohne Empathie, ohne die Fähigkeit, über den Tellerrand zu blicken, scheitern wir.
Das gilt für die multipolare Welt genauso wie für die vergiftete Stimmung bei uns daheim. Die Leute belauern sich, Schubladen werden aufgerissen, Differenziertheit wird als Verrat gebrandmarkt. Genau hier liegt die Aufgabe eines unabhängigen Journalismus: die Widersprüche der Wirklichkeit auszuhalten, Brücken zu bauen, nicht nur Zensuren zu verteilen.
2026 wird spannend. Realismus kehrt zurück. Das Überschaubare, das Bewährte, das Bodenständige wird wieder geschätzt. Kein Grund zu verzweifeln – im Gegenteil. Bleiben Sie zuversichtlich. Verteidigen Sie unsere Kultur. Nehmen Sie andere ernst – aber lassen Sie sich nichts aufzwingen.
Schöne Weihnachten, einen guten Rutsch und auf ein kraftvolles neues Jahr! Ihr Roger Köppel



DANKE, GLEICHFALLS
GESEGNETE WEIHNACHTEN!
„Andachtsjodler“
JK Seerose Flüelen & JK Echo vom Rigi
https://www.youtube.com/watch?v=cZkjTix8snI&list=RDdFKFoGBn_as&index=2
(Anm.: Es ist ein gesungener, kein gejodelter Jodler,
also eigentlich keiner. Oder?)
Die Wetterprognose habe ich gelesen. Es sollen die kältesten Weihnachten seit 15 Jahren werden.